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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 1- Bildung – Begeisterung – Freiheit

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Tomasz Stepien

Im Gesamtwerk von Anton Hilckman nimmt die Konzeption der Sinnphilosophie mit der Frage nach dem Sinn von Freiheit, Bildung, Politik, Technik und Geschichte eine besondere Stelle ein. Im Mittelpunkt steht die Konzeption des Menschen als eines für die Freiheit begeisterten Wesens. Freiheit bedeutet aber auch moralische Verpflichtung, womit Hilckman auf die Bedeutung von Bildung bei der Verwirklichung des menschlichen Wesens – der Humanitas – verweist. Seine Sinnphilosophie erscheint als ein Manifest für Freiheit und Würde des Menschen. Zum Teil als Erstveröffentlichungen schließen die in diesem Band erstmalig zusammengestellten sinnphilosophischen Arbeiten Anton Hilckmans eine Forschungslücke in der Philosophie und den Geisteswissenschaften des 20. Jahrhunderts.
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Über die Bildung

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Was ist Bildung? Ist Bildung eine Form oder eine Materie? Ein Habitus des Geistes oder eine geistige Stoffmasse, die man sich angeeignet haben müsste, um ein Gebildeter zu sein? Das Wort vom „Halbgebildeten“ scheint ja zu unterstellen, dass man die Bildung auch nur zur Hälfte besitzen kann. Aber schauen wir genauer zu, so finden wir, dass es eine Halbbildung doch eigentlich nicht gibt. Und das Empfinden eines jeden, der die Wörter „Halbgebildeter“ und „Halbbildung“ gebraucht, wird, obendrein noch, den als „Halbgebildeten“ Bezeichneten seinem Persönlichkeitswerte nach sicher unter den schlichten Mann aus dem Volke stellen, obwohl wir diesem eine eigentliche Bildung vielleicht gar nicht zusprechen. Bildung wäre also demnach doch wohl keine Materie, sondern eine Form; man hat sie entweder, oder man hat sie nicht; man kann sie nicht halb haben.

Wie erwirbt man nun diese Bildung? Wird man durch den Besuch der höheren Schule, vielleicht der Hochschule oder mehrerer Fakultäten zum Gebildeten? Dem widerspricht es doch wohl, dass es auch Leute gibt, die die Hochschule absolviert haben und die trotzdem nicht das geworden sind, was man nun eigentlich „gebildete“ Menschen nennt. Und andererseits tragen wir keine Bedenken, andere, die nie eine Hochschule besuchten, nie zum eigentlich wissenschaftlichen Studium kamen, trotzdem als feine und gebildete Menschen zu bezeichnen, weil in ihrem ganzen personalen Sein irgendetwas ist, das es unmöglich macht, ihnen das Gebildetsein abzusprechen. – Ist vielleicht die Wissensmasse, die jemand geistig beherrscht, gar nur etwas Sekundäres? Und...

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