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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

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Anton Hilckman

Edited By Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
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Philosophie, Psychologie, Pädagogik

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Die Zerrissenheit, auf die Peter Wusts philosophisches Referat im „Geistigen Europa“ des Vorjahres als auf einen Wesenszug des philosophischen Schaffens im Deutschland unserer Tage hinwies, ist auch die Signatur des Jahres, auf das wir nunmehr Rückschau halten. Diese Zerrissenheit ist Zeitschicksal, ist notwendig. Das Gesicht der Gegenwart ist nicht mit einem Blick zu enträtseln, nicht mit einem Wort zu kennzeichnen, wie etwa der einen noch gar nicht so lange vergangenen Periode. Leicht zu deuten war die Zeit etwa der letzten vier Jahrzehnte vor dem großen Kriege, eine Zeit, die eigentlich keine Probleme, die sie bis in ihre Tiefen aufwühlten, kannte: seichte Aufklärung, im Zeichen des Liberalismus der Wilhelminischen Ära in die weitesten Kreise getragen; daneben überall, auch in der Philosophie, eine hyperspezialisierte Forschung, die auf ihrem engen Fachgebiete Gründliches leistete, aber den Sinn für die Totalität des Geistigen, die wesensmäßige Verbundenheit aller wissenschaftlichen Erkenntnisse verloren hatte; und dann einige wenige Einsame, die der Zeit auf den Grund schauten, unter der glänzenden Hülle die gähnende Leere sahen und, schmerzverkrampft, daran zerbrachen. In manchem waren Letztere Vorläufer der Zeit, in der wir heute stehen. Wenn man die neuere Geistesgeschichte sähe als einen beständigen Rhythmus, ein stetes Auf und Ab von Perioden, die nach letzten Tiefen des Seins suchen, und anderen, die in satter Selbstzufriedenheit am äußeren Schein haften bleiben, so ist jetzt auf eine nunmehr abgelaufene Periode der letzten Art eine Zeit leidenschaftlichen...

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