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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

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Anton Hilckman

Edited by Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
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Vom Ursprung und Werden der Religion. Eine Übersicht über die neuesten Ergebnisse der vergleichenden Religionsgeschichte

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1. Die religionsgeschichtlichen Theorien des neunzehnten Jahrhundert. Unter den Fragen nach dem, was zeitlich am Anfang der Menschheitsgeschichte stand, ist die Frage nach der Urform der Religion eine der allerwichtigsten. Eine Antwort darauf sucht die vergleichende Religionsgeschichte zu gewinnen. Es liegt in der Natur der Sache, dass jene Wissenschaft auf das engste mit der Völkerkunde, die ja ganz anders als die Vorgeschichte in die zeitlichen Tiefen der Vergangenheit unseres Geschlechtes vorzudringen vermag, verknüpft ist. Die Veränderungen – wir dürfen wohl sagen: Umwälzungen – in der einen Wissenschaft führten denn auch alsbald zu Umwälzungen der Auffassungen in der andern. Den gläubigen Christen wird es mit Freude erfüllen, dass im Gegensatz zu den im neuzehnten Jahrhundert vertretenen Ansichten, heute mehr und mehr andere Auffassungen an Boden gewinnen, die sich mit dem, was unsere Religion über die geistigen Ursprünge und die Urzeit des Menschengeschlechtes lehrt, nicht nur sehr wohl vereinbaren lassen, sondern diese im eigentlichen Sinne unmittelbar bestätigen.

Im neunzehnten Jahrhundert war das wissenschaftliche Denken aus Gründen, die wir hier in ihrem ganzen geistesgeschichtlichen Zusammenhang nicht erörtern können, vielfach von einem sehr flachen Materialismus weitgehend beherrscht. Von tierischen Ursprüngen glaubte man die Menschheit ausgegangen; allmählich, ganz langsam habe sie sich empor entwickelt. Am Anfang könne also überhaupt noch keine Religion bestanden haben; roh und wild seien die Urmenschen gewesen und nur von hemmungslosen, tierischen Trieben beherrscht. Je roher und wilder ein Brauch, je...

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