Show Less
Restricted access

Kritische Chinabilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössische Essays und Vorträge von Chinesen mit Urteilen über ihr Heimatland

Series:

Xiuli Jin

Das Chinabild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde zeitgleich der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern. Das Buch vermittelt ein sowohl literarisch als auch soziologisch, philosophisch und politisch nicht uninteressantes Chinabild ins Deutsche, dem bis dato keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Beiträgen in einer kommentierten Übersetzung.
Show Summary Details
Restricted access

Vorwort

← 6 | 7 →Vorwort

Extract

Das Chinabild in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert: Die über 2000-jährige Geschichte der Feudalgesellschaft neigte sich ihrem Untergang zu; die westlichen Mächte zwangen der Qing-Dynastie ungleiche Verträge auf und verwandelten das große China in eine halbkoloniale Gesellschaft. Die von Sun Yat-sen eingeführte Demokratie stand auf wackeligem Boden und war der ständigen Gefahr einer Restauration ausgesetzt. Der philosophische Konflikt zwischen der Kommunistischen Partei und der Nationalistischen Partei Chinas führte zum langjährigen Bürgerkrieg und zur Teilung Chinas; das Volk litt unter dreifacher Unterdrückung und Ausbeutung. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde in China der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern, sei es aus dem politischen, gesellschaftlichen oder literarischen. Der Essay wurde eine beliebte literarische Form und eine Waffe, mit der man die sozialen Missstände anprangerte. Die große Mehrheit der Essayisten, unabhängig davon, aus welchem Lager sie stammten, teilte eine auffällige Gemeinsamkeit: Alle Essayisten hatten ein Auslandsstudium absolviert. Durch den Kontakt mit der fremden Kultur, die eine Reflexion der eigenen Kultur auslöste, gelang es ihnen, die vorherrschenden Missstände in ihrem Lande differenziert wahrzunehmen. Sie alle gelangten zu der gleichen Schlussfolgerung, dass nur eine gründliche Gedankenrevolution das untergehende Land retten könnte. Folglich wandelte sich ihr Schreibstil in einen sarkastischen, scharfzüngigen, bissigen, geißelnden und bedingungslosen Anspruch. Die eigene Kultur - u.a. der Konfuzianismus -, die mittlerweile in China...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.