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Kritische Chinabilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössische Essays und Vorträge von Chinesen mit Urteilen über ihr Heimatland

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Xiuli Jin

Das Chinabild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde zeitgleich der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern. Das Buch vermittelt ein sowohl literarisch als auch soziologisch, philosophisch und politisch nicht uninteressantes Chinabild ins Deutsche, dem bis dato keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Beiträgen in einer kommentierten Übersetzung.
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Liu Bannong

← 132 | 133 →Liu Bannong (1891-1934)

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Dichter, Essayist, Linguist, geboren in der Stadt Jiangyin der Provinz Jiangsu, auch Liu Fu genannt. 1917 wurde er zum Professor der Propädeutika an die Peking Universität berufen und nahm an der Redaktion der Zeitschrift Neue Jugend teil. Er kämpfte für die Literaturrevolution und befürwortete die Einführung des modernen Chinesisch. 1920 ging er nach England und studierte dort an der Universität London. Ein Jahr später studierte er an der Universität Paris in Frankreich. Nach seiner Promotion kehrte er nach China zurück und wurde Professor an der Peking Universität.

Herr Yin ist ein verehrter Freund von mir. Wenn er mit uns im Gespräch sitzt, sagt er oft: „Mein ganzes Leben lang sitzt die ‘Lehre von Rot und Lao‘ tief in meinem Herzen.“ „Rot“ ist das Werk Traum der roten Kammer; und mit „Lao“ ist Lao Zi gemeint. Der Kerngedanke der „Lehre von Rot und Lao“ ist, einfacher formuliert, dass man der Natur bei allem ihren Lauf lassen soll. Wie sieht es damit aus? Herr Yin antwortet: „Wenn jemand mit mir schimpft, muss ich nicht erwidern. Dass er dort den anderen lauthals ausschimpft, heißt es, dass er sich selbst Schläge erteilt. Wir können ihm zuschauen. Warum sollen wir uns anstrengen und auf sein Geschimpfe zurückschlagen? Nehmen wir den Hund als Beispiel. Wenn er uns beißen will, müssen wir ihn nicht schlagen, sondern nur ihm ausweichen. Wenn zwei Hunde sich in Zukunft begegnen, werden...

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