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Materialität(en) des Kultur- und Wissenstransfers in prä- und transnationalen Kontexten

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Edited By Michael Gissenwehrer and Katharina Keim

Im Mittelpunkt dieses Bandes steht die Frage nach den materiellen Bedingungen der Entstehung und Übermittlung kulturwissenschaftlicher Praktiken und zentraler fachspezifischer Konzepte bzw. Denkstile vor dem Hintergrund der Buchkultur und deren Übergang zur digitalen Epoche. In überwiegend diachroner Perspektive werden Transfer und Bedeutungswandel von Kulturgütern und Narrationen in Zeit und Raum durch Analyse der Materialität der jeweiligen Medienpraxis untersucht. Das zeitliche Spektrum umfasst dabei epochale Umbrüche im gesamteuropäischen Umfeld um 1700, im deutschen Kontext der Sattelzeit sowie transnationale kulturelle Inszenierungspraktiken der Gegenwart, letztere mit einem Schwerpunkt auf der zeitgenössischen Kultur Chinas.
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Raummetaphorik in Musikbeschreibungen und Höranweisungen

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„[S]ensors say, we’re drifting dangerously close to Sagittarius A, the largest known black hole in the Milky Way. If the improv drifts much farther not even overdubbing could save it. The commander swiftly moves to another key. He later remarks ‘In space there is no key.’ […] Our final stop was a survey of the deserts of Arcadia, beautiful with their endless symmetry (like a visual VDrum loop).“1

1.

Musik wird in unserer Kultur gerne durch räumliche Bilder visualisiert, begleitende Assoziationslenker (Landschafts-, kosmische oder abstrakte Raumdarstellungen auf Platten- und CD-Hüllen, Musik-Titel, Videoclips, Paratexte und -bilder aller Art) provozieren entsprechende Imaginationen während des Hörens. Sie formen das Musikerlebnis mit und weben in das Hören Bildansätze ein, die zum Ausgangspunkt frei flottierender Phantasien und Imaginationen werden können. Jedoch ist diese Verknüpfung keineswegs selbstverständlich – die Semantik und damit das assoziative Potenzial von Klängen ist arbiträr und variiert je nach Kultur und Epoche. Im Mittelalter etwa waren mit den damals üblichen Tonarten (Modi) religiöse Vorstellungen verbunden,2 ihre Einbindung in Gottesdienst, Kirchenjahr und ritualisierte Anlässe versah sie mit allgemein bekannter Bedeutung innerhalb des christlichen Kultur-Innenraums,3 die dessen wahrnehmungsordnende Gesamtsemantik akustisch unterstützte und die Töne mit entsprechenden biblischen und heilsgeschichtlichen Vorstellungen ← 21 | 22 → verband.4 Die Kirchentonart Deuterus z.B. galt als klagend, wurde gerne in der Karwoche verwendet und löste zwangsläufig als „Erinnerungen“ solche Vorstellungen aus, die über den Leidensweg Christi...

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