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Materialität(en) des Kultur- und Wissenstransfers in prä- und transnationalen Kontexten

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Edited By Michael Gissenwehrer and Katharina Keim

Im Mittelpunkt dieses Bandes steht die Frage nach den materiellen Bedingungen der Entstehung und Übermittlung kulturwissenschaftlicher Praktiken und zentraler fachspezifischer Konzepte bzw. Denkstile vor dem Hintergrund der Buchkultur und deren Übergang zur digitalen Epoche. In überwiegend diachroner Perspektive werden Transfer und Bedeutungswandel von Kulturgütern und Narrationen in Zeit und Raum durch Analyse der Materialität der jeweiligen Medienpraxis untersucht. Das zeitliche Spektrum umfasst dabei epochale Umbrüche im gesamteuropäischen Umfeld um 1700, im deutschen Kontext der Sattelzeit sowie transnationale kulturelle Inszenierungspraktiken der Gegenwart, letztere mit einem Schwerpunkt auf der zeitgenössischen Kultur Chinas.
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Zhang Yimous „Real-Life Scenery Performances“ als hyperrealer „Originalschauplatz”

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Zur Entstehung des neuen Genres „Real-Life Scenery Performances“

Seit 2004 in der als Touristenattraktion bekannten Stadt Guilin1 die Performance Impression Liu Sanjie aufgeführt wurde, hat sich in China ein neues theatrales Genre etabliert, welches als „Real-Life Scenery Performances“ bezeichnet wird. Der Initiator Mei Shuai-yuan2 beschreibt es mit den folgenden Worten: „echte Berge, echte Landschaft, echte Darsteller und echte Kultur“.3 Dabei werden lokale, geografische und kulturelle Besonderheiten mit modernsten Bühneneffekten sowie einer aufwändigen Besetzung und prächtigem Bühnendesign kombiniert, wobei diese Shows ungeachtet dessen auf der Maxime der traditionellen chinesischen Philosophie einer „harmonischen Einheit von Mensch und Natur“4 beruhen sollen.5 ← 123 | 124 →

Somit lassen sich „Real-Life Scenery Performances“ anhand von drei Merkmalen charakterisieren: Erstens werden die Landschaften bekannter Sehenswürdigkeiten als Kulissen sowie hunderte von lokalen Einwohnern als Darsteller eingesetzt. Zweitens sind solche Performances aufgrund der umfangreichen Verwendung modernster Bühnentechnik besonders teuer und kosten umgerechnet mindestens 12 Millionen Euro.6 Drittens gibt es keine Handlung, sondern es werden nur vage und beliebige „Eindrücke“7 von den jeweiligen lokalen Kulturen vermittelt, weshalb sie oft einfach „Impression Shows“ genannt werden.

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