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«Christian Rock» – Unterhaltung oder mehr?

Eine Betrachtung unter kulturanthropologischen und musikwissenschaftlichen Aspekten

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Wolfgang Kabus and Tobias Rux

Fast unbemerkt hat sich Christian Rock zu einem Phänomen entwickelt, an dem weder Musikwissenschaft noch Kirche vorbeikommen. Sein erklärtes Programm ist die Begegnung mit der Welt des Glaubens. Trotzdem wird er beargwöhnt, ja abgelehnt. So versucht der Autor ganz pragmatisch mit verschiedenen Fragestellungen den wirklichen Sachverhalten auf den Grund zu gehen: Was ist unter Christian Rock zu verstehen? Kann er in seiner musikalischen Grundstruktur überhaupt ein Ort der Gottesbegegnung, ein locus theologicus sein, wie seine Vertreter behaupten? Welche Werte transportiert er? Ist er nicht vielmehr von lasziven Kräften gesteuert, als dass er ein Botschafter christlichen Glaubens sein könnte? Sensibilisiert er für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Kunst, Kultur und Theologie, oder ist er nichts weiter als eine christlich-triviale Musizierpraxis zur Unterhaltung der Menschheit? Diesen Fragen wird in musikwissenschaftlichen sowie kulturanthropologischen Auseinandersetzungen nachgegangen.
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5. Beispiele bekannter Vertreter des Christian Rock

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Die Anzahl christlicher Rockmusiker wächst von Jahr zu Jahr und ist heute nicht mehr zu überschauen. Doch mit den hier vorgestellten Bands Petra, Stryper und U2 sind die jeweils charakteristischsten und erfolgreichsten Vertreter ihres Genres gefunden. Eine Ausnahme bilden die Musiker des Praise and Worship, in der gleich mehrere Künstler einen hohen Bekanntheitsgrad erreichten.

← 57 | 58 → 5.1 Petra (Hardrock)

Petra (griechisch ›Fels‹) zählt nach 34 Jahren Bandgeschichte (1972 bis 2006; seit 2010 neues Projekt unter dem Namen ›Classic Petra‹, das hier nicht betrachtet wird) zu den Urgesteinen christlicher Rockmusik und gilt heute als die populärste christliche Rockgruppe der Welt.1 Musikalisch gesehen bewegte sich die Band im Hardrock-Bereich, aber, bedingt durch den Label-Wechsel zu StarSong und unterschiedlichen Vorlieben der verschiedenen Musiker, zeigte sie sich bisweilen in einem mit Pop-Elementen unterlegten Rock (WASHES WHITER THAN, 1979). Den Beinamen ›erste christliche Arena-Rock-Band‹ bekam Petra mit Veröffentlichung ihres fünften Albums MORE POWER TO YA (1983) und der dazugehörigen Tour verliehen.2 Insbesondere mit dem Album BACK TO THE STREET (1985) unternahm die Band einen Ausflug in die Welt des Progressive Rock. Mitverantwortlich dafür sind die Produzenten Dino und John Elefante,3 die schon mit Künstlern aus der säkularen progressiven Rock-Szene wie Deep Purple, Foreigner oder Kansas zusammenarbeiteten.4

Am bedeutendsten für die Band waren die beiden Sänger Greg X. Volz (1977 bis 1980 Gastsänger, 1981 bis 1986 Bandmitglied) und John Schlitt (1986 bis 2005), ebenso...

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