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Die Rezeption von Religion in romantischer und moderner Literatur

Alfred de Vigny – Gérard de Nerval

Jonas von Moritz

Die Werke Alfred de Vignys und Gérard de Nervals gelten nicht als religiöse Literatur. Dennoch rezipieren diese beiden französischen Autoren des 19. Jahrhunderts religiöse Formen und Inhalte, die sie ihrer theologischen Bedeutung entledigen, um ihnen eine rein ästhetische Signifikanz zu verleihen. Im Kontext der Säkularisierungsthese beleuchtet diese Arbeit diese Transformierungsprozesse. Anhand der Verschiedenheit der Rezeption von Religion in den untersuchten Werken der beiden Autoren lässt sich die Notwendigkeit einer Unterscheidung von Romantik und Moderne aufzeigen.
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5. Die französische Moderne: Dichtung und das Konzept der weiblichen Alterität

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Für die Abgrenzung moderner von romantischer französischer Literatur ist forschungsgeschichtlich Hugo Friedrichs bahnbrechendes Buch Die Struktur der modernen Lyrik. Von der Mitte des neunzehnten bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts319 hervorzuheben. Friedrich behandelt im Hauptteil seiner Ausführungen die Werke Baudelaires, Rimbauds und Mallarmés. Bei unserer Auswahl paradigmatischer Autoren moderner französischer Literatur folgen wir Friedrich, indem wir uns im Folgenden mit den Werken zweier der drei von ihm hervorgehobenen Autoren befassen.

Die Publikation des Baudelaireschen Gedichtbandes Les Fleurs du mal (1857) gilt als Geburtsstunde der literarischen Moderne. Daher ist es für unser Anliegen unerlässlich, Baudelaires Werk zu untersuchen (5.1). Mallarmés Dichtung steht nicht nur in chronologischer Reihenfolge am Ende des 19. Jahrhunderts, sie stellt in ihrem dunkel-suggestiven Stil auch eine markante Zäsur in der Entwicklung der Lyrik dar. Im Anschluss an unsere Abhandlung zum Baudelaireschen untersuchen wir einige Gedichte aus dem Mallarméschen Werk (5.2). Die Perspektive unserer Ausführungen richtet sich wiederum nach einer Untersuchung des Zusammenhanges zwischen poetologischen Merkmalen und theologischen Ansätzen.

5.1 Karikatur prophetischer Figuren und Rezeption weiblicher Alteritätsfiguren

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