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Musik in der religiösen Erfahrung

Historisch-theologische Zugänge

Series:

Rainer Kampling and Andreas Hölscher

Die Musik und das religiöse Leben gehören in der westeuropäischen Kultur untrennbar zusammen. In der Musik ereignet sich Bekenntnis und Erfahrung des Religiösen gleichzeitig. Dieser Sammelband zeigt die historische, kulturgeschichtliche und die theologische Dimension dieser Verbindung. Die Beiträge ermöglichen auch ein besseres Verstehen des Phänomens, weshalb die Musik, die für die Liturgie komponiert wurde, auch außerhalb ihres ursprünglichen Rahmens, eine besondere Anziehung darstellt.
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Aufklärung, Emanzipation, Akkulturation und Zionismus: Chanukka im Wandel der Zeiten oder wie aus Händels Judas Maccabaeus ein israelisches Kinderlied wurde: Klaus Herrmann

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Klaus Herrmann

Aufklärung, Emanzipation, Akkulturation und ZionismusChanukka im Wandel der Zeiten oder wie aus Händels Judas Maccabaeus ein israelisches Kinderlied wurde

„Chanukka – Weihnukka – Weihnachten“ oder das Durcheinander im deutschen Judentum zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Gershom Scholem, einer der bedeutendsten deutsch-jüdischen Gelehrten des 20. Jahrhunderts, 1897 als Gerhard Scholem an der Friedrichsgracht in Berlin-Mitte geboren und 1981 in Jerusalem gestorben, schreibt in seinen Jugenderinnerungen „Von Berlin nach Jerusalem“ über die Weihnachtszeit in seinem jüdischen Berliner Elternhaus:

„Es war schon so, dass vieles in dieser Lebensform der assimilierten Juden, in der ich aufgewachsen bin, durcheinander ging. So kam ich etwa auf sonderbare Weise zu dem Bild Theodor Herzls, des Begründers der zionistischen Bewegung, das viele Jahre in meinem Zimmer in Berlin und München hing. In unserer Familie wurde schon seit den Tagen der Großeltern, in denen dies Durcheinander einsetzte, Weihnachten gefeiert, mit Hasenoder Gänsebraten, behangenem Weihnachtsbaum, den meine Mutter am Weihnachtsmarkt an der Petrikirche kaufte, und der grossen ‚Bescherung‘ für die Dienstboten, Verwandte und Freunde … Eine Tante, die Klavier spielte, produzierte für die Köchin und das Zimmermädchen ‚Stille Nacht, heilige Nacht‘. Als Kind ging mir das ein, aber 1911, als ich gerade begonnen hatte, Hebräisch zu lernen, nahm ich das letzte Mal an diesem Fest teil. Unter dem Weihnachtsbaum stand das Herzl-Bild in schwarzem Rahmen. Meine Mutter sagte: ‚Weil du dich doch so für Zionismus interessierst, haben wir dir...

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