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Salz – Weißes Gold oder Chemisches Prinzip?

Zur Entwicklung des Salzbegriffs in der Frühen Neuzeit

Jürgen Hollweg

Salz: Was verbarg sich hinter diesem Allerweltsbegriff? Handelte es sich um ein Gewürz und Konservierungsmittel, das mit Gold aufgewogen wurde? War es ein Symbol für das Bündnis Gottes mit seinem auserwählten Volk? Wurde damit ein Wirkprinzip bezeichnet, das allem Stofflichen seine Eigenschaften verleiht? War es der Ursprung aller Dinge oder ein chemisches Element? Klassifiziert der Begriff eine Stoffgruppe? Oder erhält man es als Ergebnis einer chemischen Reaktion? Wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung in Handel, Handwerk und aufkommenden Manufakturen sowie in der Medizin waren die Salze in der Frühen Neuzeit ein wichtiger Forschungsgegenstand. Die Entwicklung des Begriffes in dieser Zeit und seine vielfältigen Veränderungen werden anhand von Beispielen untersucht und dargestellt.
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6. Moderne Salze: Guillaume – François Rouelle

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6.   Moderne Salze: Guillaume – François Rouelle

„Je donne à la famille des sels neutres toute l’extension qu’elle peut avoir: j’appelle sel neutre moyen ou salé, tout sel formé par l’union de quelqu’acide que ce soit, ou minéral ou végétal, avec un alkali fixe, un alkali volatil, une terre absorbante, une substance métallique, ou une huile.“1 Bei Guillaume-François Rouelle (1703–1770) ist die chemische Zusammensetzung die Grundlage zur Definition der Stoffklasse der Salze geworden. Sie werden aus einer Säure mit vielen möglichen Reaktionspartnern gebildet; die Metalle sind dabei nicht ausgenommen. Salze bestehen aus einem Säure- und einem Basenrest.

Rouelles Leben und Werk sind wenig studiert worden, und er wird häufig auf seine Rolle als Lehrer Lavoisiers reduziert.2 Er wurde in Mathieu, einem kleinen Ort im Département Calvados geboren. Er besuchte zunächst die Universität in Caen und studierte Medizin, Pharmazie und Chemie. Anschließend ging er nach Paris und führte seine chemischen und pharmazeutischen Studien im ehemaligen Labor von Lémery weiter, das von dessen Nachfolger, dem deutschen Apotheker Johann Gottlob Spitzley (1690–1750), geleitet wurde. Rouelle ließ sich als Apotheker in Paris nieder und begann, öffentliche Vorlesungen in Chemie zu halten. Seine Vorlesungen fanden große Beachtung und verschafften ihm hohe Anerkennung. Aus diesem Grund wurde er 1742 als „démonstrateur“ an den „Jardin du Roi“ berufen. Er wurde als Lehrer einer ganzen Generation französischer Chemiker einer der bekanntesten Wissenschaftler seiner Zeit....

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