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Schulgeschichte in Deutschland

Von den Anfängen bis in die Gegenwart- 2., aktualisierte und erweiterte Auflage

Gert Geißler

Der Autor legt eine Gesamtdarstellung zur deutschen Schulgeschichte vor. Mit der Behandlung wichtiger gesellschaftlicher Bezugsfelder der Schule rückt er Erziehungs- und Sozialisationsverhältnisse in den Blick. In der unmittelbar institutionsgeschichtlichen Dimension macht er vor allem Entwicklungen in Recht und Verwaltung der Schule, in der Schulerziehung, in den Unterrichtsfächern und im Leistungsverständnis sichtbar. Gleichermaßen dargestellt finden sich Schulalltag, Schulbau und die Schulstrukturverhältnisse. In die Betrachtung einbezogen sind außer der Pflichtschule auch die beruflichen Schulen, ebenso die Einrichtungen im Bereich der frühkindlichen Erziehung, der Sozialerziehung und der Lehrerbildung. Die Schulpolitik wird mit Blick auf das Agieren des Gesamtstaates, der einzelnen Länder, der Kirchen, von Parteien und Verbänden verdeutlicht. Es werden Bezüge zur internationalen Schulentwicklung hergestellt. Zahlreiche kommentierte Bilddokumente veranschaulichen die einzelnen Sachverhalte.
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1 Zur Entstehungsgeschichte des Schulwesens

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1.1 Ablösung von der spätantiken Kulturwelt und Mittelalter

Kontur und Überlieferung von Wissen

Was jenen Raum betrifft, der später Deutschland1 heißen wird, so ist er in spätantiker Zeit weithin von verschiedenen, allmählich sesshaft gewordenen Stammesverbänden besetzt. Ihre Lebensgrundlage sind Ackerbau und Viehzucht, desglei-chen Jagd und Fischfang. Gegen Ende des 2. Jahrhunderts haben diese Gemeinschaften, die nach römischen Quellen als ›Germanen‹2 bezeichnet werden, begonnen, gegen die nördliche römische Reichsgrenze vorzudringen. Noch gelingt ihre Abwehr oder aber, nachdem um 260 der obergermanisch-rätische Limes gefallen ist, ihre lose Integration in den römischen Staatsverband. Dabei entstehen im vordem mit römischen Stadtanlagen und Militärlagern besetzen Voralpenraum und rheinabwärts vielfältige Verbindungen zwischen Germanen und grundbesitzender, gebildeter römischer oder romanisierter Oberschicht. Ohnehin ist es das Ziel der einfallenden oder nur von zugewanderten Germanen, vom Imperium Romanum letztlich aufgenommen zu werden, um an dessen Lebensmöglichkeiten partizipieren zu können.

Auch wenn das nicht geschieht, übernehmen Germanen im Laufe der Zeit Lebensgewohnheiten und manches Wissen von den Römern. Das betrifft vornehmlich die Führungsschichten ihrer Völkerschaften, ebenso Söldner, die nach ihrem Dienst im römischen Heer wieder zu ihren Stammesverbänden zurückkehren. Entlang der Grenzverläufe bestehen Räume relativ regen kulturellen Kontaktes zwischen Germanen und der Bevölkerung auf römischer Seite, Räume, in denen sich nicht zuletzt auch die Sprachen begegnen.

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