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Schulgeschichte in Deutschland

Von den Anfängen bis in die Gegenwart- 2., aktualisierte und erweiterte Auflage

Gert Geißler

Der Autor legt eine Gesamtdarstellung zur deutschen Schulgeschichte vor. Mit der Behandlung wichtiger gesellschaftlicher Bezugsfelder der Schule rückt er Erziehungs- und Sozialisationsverhältnisse in den Blick. In der unmittelbar institutionsgeschichtlichen Dimension macht er vor allem Entwicklungen in Recht und Verwaltung der Schule, in der Schulerziehung, in den Unterrichtsfächern und im Leistungsverständnis sichtbar. Gleichermaßen dargestellt finden sich Schulalltag, Schulbau und die Schulstrukturverhältnisse. In die Betrachtung einbezogen sind außer der Pflichtschule auch die beruflichen Schulen, ebenso die Einrichtungen im Bereich der frühkindlichen Erziehung, der Sozialerziehung und der Lehrerbildung. Die Schulpolitik wird mit Blick auf das Agieren des Gesamtstaates, der einzelnen Länder, der Kirchen, von Parteien und Verbänden verdeutlicht. Es werden Bezüge zur internationalen Schulentwicklung hergestellt. Zahlreiche kommentierte Bilddokumente veranschaulichen die einzelnen Sachverhalte.
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5 Reformen und Kontinuitäten in der Weimarer Republik (1918–1933)

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5.1 Rechtsräume

Neues Verordnungsrecht

Seit Ende 19181 entsteht im deutschen Schulwesen eine Gemengelage von Reform und Tradition, von Zentralisation und Auftragsverwaltung, von obrigkeitsstaatlicher Verordnungspraxis und demokratischer Mitbestimmung, von alten und neuen Strukturelementen. Zunächst bestimmt ein nach allen Richtungen ausgreifender Reformgeist das schulpolitische Geschehen. Hat sich dieser im ausgehenden Kaiserreich vor allem in Verbesserungen des Unterrichts erfolgreich niedergeschlagen, so erlauben es die neuen politischen Verhältnisse nun, auf jenen Ideenvorrat zurückzugreifen, der zur Modernisierung der Schule in einer Fülle auf Reichs- und Länderebene liegen gebliebener, gescheiterter Anträge und Gesetzentwürfe, an Projekten auch der Lehrervereine angestaut ist. Politisch auf alle Gliedstaaten des Reiches ausgreifend, entfesselt die Revolution schulpolitische und pädagogische Ideen in einer Fülle, Spannbreite und Kraft, wie sie die deutsche Schulgeschichte zeitlich versammelt noch nicht gesehen hat und im 20. Jahrhundert bei allen noch folgenden politischen Umbrüchen nicht wieder sehen wird.

Revolutionäre Durchbrüche in den Einzelstaaten

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