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Schulgeschichte in Deutschland

Von den Anfängen bis in die Gegenwart- 2., aktualisierte und erweiterte Auflage

Gert Geißler

Der Autor legt eine Gesamtdarstellung zur deutschen Schulgeschichte vor. Mit der Behandlung wichtiger gesellschaftlicher Bezugsfelder der Schule rückt er Erziehungs- und Sozialisationsverhältnisse in den Blick. In der unmittelbar institutionsgeschichtlichen Dimension macht er vor allem Entwicklungen in Recht und Verwaltung der Schule, in der Schulerziehung, in den Unterrichtsfächern und im Leistungsverständnis sichtbar. Gleichermaßen dargestellt finden sich Schulalltag, Schulbau und die Schulstrukturverhältnisse. In die Betrachtung einbezogen sind außer der Pflichtschule auch die beruflichen Schulen, ebenso die Einrichtungen im Bereich der frühkindlichen Erziehung, der Sozialerziehung und der Lehrerbildung. Die Schulpolitik wird mit Blick auf das Agieren des Gesamtstaates, der einzelnen Länder, der Kirchen, von Parteien und Verbänden verdeutlicht. Es werden Bezüge zur internationalen Schulentwicklung hergestellt. Zahlreiche kommentierte Bilddokumente veranschaulichen die einzelnen Sachverhalte.
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6 Schule unter nationalsozialistischer Herrschaft (1933–1945)

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6.1 Machtübernahme und Folgen

Vorgeschichte

Bei den Reichstagswahlen votiert Ende Juli 1932 weit mehr als ein Drittel der Wähler für die Sozialdemokraten oder die Kommunisten, für Parteien, die, wenn auch grundverschiedenen politischen Konzepten verschrieben, eine Schulreform, im Kern die Forderung nach Einheitlichkeit und Weltlichkeit der Schule, unterstützen. Zwar schwächer, jedoch gleichfalls stark vertreten bilden das der politischen Mitte nahe katholische Zentrum und die rechtsgerichtete Deutschnationale Volkspartei den konservativen schulpolitischen Gegenpol.



Zum Schluß der Tagung: ein Treueschwur zum unentwegten Kampf für Deutschlands Freiheit. Reichstagung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes vom 2. bis 4. April 1932 im Sportpalast Berlin. An der Veranstaltung nehmen nach verbandseigenen Angaben mehrere Tausend Personen teil. / Nationalsozialistische Lehrerzeitung. 5. Folge. Mai 1932, Bildbeilage / Die im März 1930 auf Betreiben einiger Studienräte gegründete Ortsgruppe Berlin zählt zunächst kaum ein Dutzend, Ende 1931 noch kaum über 300 ›Amtsgenossen und Amtsgenossinen‹. Im Januar 1933 ist Berlin stärkster ›Gau‹ des NSLB. Er rechnet sich etwa 2.500 Mitglieder zu / Erinnerungen aus der Kampfzeit des NSLB. In: Nationalsozialistische Erziehung. Nr. 1/1937, S. 67/68

Gewaltbereiter Gegner der ›marxistischen Front‹ ist mit etwas mehr als einem Drittel der Reichstagsmandate die NSDAP. Mit der Machtübernahme dieser Partei, die in ihrer Wahlpropaganda ›göttliche Gnade‹ in Anspruch nimmt, Religion zu ihren Erziehungsprinzipien rechnet, gleichermaßen durch Verweise auf ›Deutschtum‹ und ›Tatkraft‹ Wähler gewinnen...

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