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Platon und das Problem der Letztbegründung der Metaphysik

Eine historische Einführung

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Seweryn Blandzi

Die Lehre Platons ist mit der schriftlich festgehaltenen Ideentheorie nicht völlig gleichzusetzen. Im Buch wendet sich der Autor nach der historisch-genetischen Methode den Testimonia Platonica der innerakademischen Prinzipienlehre zu. Er versucht, die fundamentale Frage zu beantworten, wozu Platon Prinzipien eingeführt hat, die über die transzendenten, selbständigen Ideen hinausgehen. Im zentralen Kapitel geht es darum, das Wesen der ersten Philosophie Platons zu erfassen, das sich auf das Problem der Möglichkeit einer Letztbegründung der Ganzheit von Sein und Wissen konzentriert. Das Hauptziel des Buches ist es, zu einer Erklärung des Generierungsmechanismus zu gelangen, die der Autor als die metaphysische Anfangsfrage des antiken Platonismus versteht.
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Vorwort

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Die Platonforschung stellt uns heutzutage in einer doppelten Situation, die einerseits ziemlich einfach zu sein scheint, andererseits aber viel schwieriger. Einfach – denn wir verfügen über die imposante Interpretation des Werkganzen Platons, das Ergebnis von mehr als fünfzig Jahre Arbeit der Philologen und Philosophen aus Tübingen, von denen Hans Joachim Krämer der führende und bedeutendste Interpret ist. Die Bedeutung dieser Interpretation, der wohl größten Leistung der historischen Hermeneutik des zwanzigsten Jahrhunderts, beruht u. a. auf der Rekonstruktion des Aristotelischen Traktats Über das Gute; es handelt sich um eine Niederschrift innerakademischer Vorlesungen und Seminare Platons unter demselben Titel. Eben diese Schrift über die Prinzipientheorie, als eine sichere Quelle, hatten die antiken Kommentatoren lange Zeit zur Verfügung. Spuren und Zeugnisse von diesem Traktat befinden sich vor allem bei Alexander von Aphrodisias (2.-3. Jahrh.) und Simplikios (6. Jahrh.).

Schwieriger ist aber die Situation, wenn wir uns die Frage stellen: Was könnte man doch mehr wesentliches zur Platondeutung beitragen? Jedoch das wiedergewonnene Gesamtdenken von Platon scheint keineswegs abgeschlossen zu sein. Es kann ergänzt werden, es bleibt offen auf Fragen und läßt neue Erläuterungen, Explikationen und Auslegungen zu. So geben die Rekonstruktion und Interpretation der Metaphysik Platons einen Impuls zur weiteren Suche nach den Zeugnissen seiner ungeschriebenen Prinzipienlehre in nachplatonischen Kommentaren und in den doxographischen Schriften. Und mehr, sie inspirieren zu allen metaphilosophischen Fragen und Untersuchungen, insbesondere zum immer aktuellen Problem der Rekonstruktion der Metaphysik als einer möglichen Wissenschaft.

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