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Die Eingemeindungen in die Stadt Kiel (1869–1970)

Gründe, Probleme und Kontroversen

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Julian Freche

Die Untersuchung der Eingemeindungen Kiels hat zwei wichtige Ziele. Zum einen wird eine Gesamtübersicht aller Eingemeindungen in die Stadt erstellt. Zum anderen wird die Stadt mit anderen Teilen Deutschlands verglichen, um aufzuzeigen, ob die Entwicklung Kiels typisch war. Zuerst wird in einer Übersicht die Eingemeindungspolitik in Deutschland im Verlauf von zwei Jahrhunderten kurz dargestellt. Anschließend erfolgt erstmalig die Darstellung aller Eingemeindungen in chronologischer Reihenfolge. Die wichtigsten Quellen sind dem Stadtarchiv Kiel entnommen, anhand derer die Entscheidungsprozesse der Verwaltung und der politischen Entscheidungsträger umfassend untersucht werden. Die Arbeit stellt die These auf, dass Kiel den typischen Verlauf von Eingemeindungen in Deutschland aufweist.
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1 Einleitung

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Die moderne Geschichte der Stadt Kiel begann mit dem Beschluss König Wilhelms I. vom 24. März 1865, die preußische Marinestation von Danzig nach Kiel zu verlegen und damit dem Aufstieg zur Werft- und Marinestadt. Zuvor war Kiel eine mittlere Landstadt mit 16.000 Einwohnern1, nun stieg die Bevölkerungszahl rasant an und erreichte an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die Marke von 100.000 Einwohnern.2 Die Entscheidung, Kiel erst zum Bundeshafen des Norddeutschen Bundes (1867) und später zum Reichskriegshafen des Deutschen Reiches (1871) zu erklären, hatte den Charakter der Stadt vollständig verändert. Außerdem entstand durch die Ansiedlung der Marine auch eine entsprechende Werftindustrie. Dies prägte das Stadtbild bis nach dem Zweiten Weltkrieg, sorgte für Wohlstand und Arbeitsplätze, wirkte sich in Krisenzeiten aber auch dementsprechend stark auf die Stadt aus.3

Das Wachstum brachte Probleme mit sich, mit denen sich auch viele andere Städte konfrontiert sahen, die durch die Industrialisierung stark angewachsen waren. Vor allem der Platzmangel bereitete der Stadtverwaltung schnell Sorgen, da nicht genügend Bauland zur Verfügung stand, um Wohnungen für die neuen Einwohner errichten zu können. Deshalb wurde ab 1869 damit begonnen, benachbarte Ortschaften in das Stadtgebiet einzugemeinden, die letzten Eingemeindungen fanden 1970 statt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Stadtgebiet massiv vergrößert. Besonders bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs wurden viele Gemeinden in die Stadt eingegliedert. Zu dieser Zeit galt die preußische Verwaltung als besonders st...

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