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Kindgemäß und literarisch wertvoll

Untersuchungen zur Theorie des "guten Jugendbuchs</I> – Anna Krüger, Richard Bamberger, Karl Ernst Maier

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Sonja Müller

Der dominante literaturtheoretische und -pädagogische Diskurs in Westdeutschland und Österreich der 1950er und 1960er Jahre zielte auf eine Festlegung dessen ab, was unter einem guten Jugendbuch zu verstehen sei. Die fachgeschichtliche Studie sucht die Argumentationen der wichtigsten Theoretiker des guten Jugendbuchs, Anna Krüger, Richard Bamberger, Karl Ernst Maier, nachzuzeichnen. Daneben kommen weitere Literaturpädagogen der Zeit mit ihren teils konservativen, teils progressiven Positionen zur Sprache. Die Auseinandersetzung mit den Kinderliteraturkonzepten dieser Epoche stellt sich als in vielerlei Hinsicht gewinnbringend für die aktuelle Theoriebildung heraus.
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2. Kapitel: Anna Krüger: Grundlegung einer Theorie des „guten Jugendbuchs“

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Anna Krüger134 wurde am 31.05. 1904 in Vandsberg in Westpreußen geboren. Ab 1910 besuchte sie dort und in Zempelburg die Volks- und Mittelschule, von 1919 bis 1925 dann die Erziehungs- und Bildungsanstalten in Droyssig bei Zeitz. Drei Jahre lang unterrichtete Anna Krüger als Hauslehrerin und studierte anschließend bis 1934 an der Universität Berlin die Fächer Germanistik, Geschichte, Anglistik, Philosophie und Volkskunde. In den darauf folgenden Jahren legte Krüger die Prüfungen für das Lehramt an höheren Schulen ab und arbeitete von 1935 bis 1939 als Assistentin der Akademie der Wissenschaften am Grimmschen Wörterbuch mit (vgl. Krüger 1939a und 1939b). Anna Krüger promovierte in der deutschen Philologie. Ihre Dissertation erschien 1938 unter dem Titel Stilgeschichtliche Untersuchungen zu Ottokars Österreichischer Reimchronik. Trotz ihres Interesses für literaturwissenschaftliches Arbeiten und sprachgeschichtliche Analysen blieb ihr eine Hochschullaufbahn zunächst verwehrt. Anna Krüger ging daher 1939 wieder in den Schuldienst zurück und arbeitete als Lehrerin und von 1941 bis 1945 in der Lehrerausbildung. Ab 1943 unterrichtete sie an der Hochschule für Lehrerbildung in Hirschberg und vertrat dort das Fach Deutsch „für die Dauer des Krieges und ohne gehaltliche Verbesserung“ (Lepenies 1994, S. 10). Wenige Wochen vor der Flucht aus Hirschberg wurde sie zur Studienrätin ernannt. Ihre Verhältnisse sollten „nach dem Krieg geordnet werden“ (ebd.).

1945 erging der Spruchkammerbescheid „vom Nationalsozialismus nicht betroffen“ (ebd.), und Anna Krüger wurde 1946 direkt ans Pädagogische Institut Weilburg...

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