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Ruth Landshoff-Yorck – Schreibende Persephone zwischen Berliner Boheme und New Yorker Underground

Analysen zum Gesamtwerk

Diana Mantel

Das Gesamtwerk der fast vergessenen Schriftstellerin Ruth Landshoff-Yorck (1904–1966) steht im Mittelpunkt dieser Studie. Landshoffs Zitat «I am rediscovered every year, but like Persephone I always return underground» ist dabei wegweisend für die hier vorgestellten und analysierten Texte. Diese formieren sich, parallel zu Schaffens- und Lebensphasen der Autorin, in der Bewegung zwischen den Welten, zwischen Oberfläche und Underground, stets neu. Dabei zeigt das Buch, wie sich Landshoffs Schreiben von eher spielerischen Texten der 1920er Jahre zu dezidiert antifaschistischen Werken nach ihrer Emigration in die USA entwickelt. Dort wurde die «schreibende Persephone» nach 1945 im Off-Off-Broadway aktiv und verknüpfte diesen als wichtige Mentorin mit der europäischen Kunstszene.
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2. Das Frühwerk: 1927 bis 1933 – Oberflächen

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2. Das Frühwerk: 1927 bis 1933 – Oberflächen

An die Oberfläche!

„For a while in central Europe I was à la mode. […] It was […] what I was or what I promised.“49

Erst am Ende der 20er Jahre, nachdem Landshoff sich schon im Schauspielern und Zeichnen ausprobiert hatte, begann sie mit dem Schreiben. Sie debütierte 1927 mit einem Text über das Autofahren in der Zeitschrift „Die Dame“50. In diesem Jahr tauchte sie also als Autorin auf, gelangte – um bei dem Bild zu bleiben – als schreibende Persephone an die Oberfläche der literarischen Szene. Die Oberfläche ist im Folgenden nicht nur als reiner Ort zu sehen, der sich als Gegenstück zum tieferliegenden Hades ausbreitet, sie enthält auch ein wichtiges Merkmal von Landshoffs Stil: das Schreiben an der Oberfläche.

Ihr Schreiben beschäftigte sich kontinuierlich mit der Oberfläche und inszenierte diese immer wieder neu, schrieb sich an ihr entlang und breitete sie aus, in den Oberflächlichkeiten des Lebens genauso wie in der Flächigkeit der Fiktionen, die von ihr entwickelt wurden. Oberflächlichkeit und Oberfläche sollen dabei in keiner Weise negativ verstanden werden. Vielmehr sind sie besondere Elemente eines Schreibens, das nicht nur als Stilmerkmal von Pop fungiert51, sondern das oft als zentrales Kennzeichen der Kulturszene der Weimarer Republik genannt wurde.52 So schreibt Rainer Metzger der Weimarer Republik beispielsweise „Kult ← 35 | 36 → und Kultur der Oberfläche“53 zu. Oberfläche ist damit – als...

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