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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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„Wer schön sein will …“ – Schönheit und Intersektionalität in Grimm’schen Märchenadaptionen des aktuellen Hollywoodkinos: Susanne Schul

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Susanne Schul

„Wer schön sein will …“ – Schönheit und Intersektionalität in Grimm’schen Märchenadaptionen des aktuellen Hollywoodkinos

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“1 – Dieses Zitat der Königin, die ihren Spiegel auf die statusbestimmende Relevanz ihrer Schönheit hin befragt, stammt aus einem der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm, dem Sneewittchen. Dieses Märchen scheint direkt zu einer intersektionalen Analyse aufzufordern, denn es provoziert von Beginn an die Frage, inwieweit sich differenzmarkierende Kategorien wie Gender, Stand, Alter, Generativität, Macht- und Gewaltfähigkeit in Schönheitskonstruktionen überlagern. Intersektionale Untersuchungen, deren Ursprünge im Black Feminism und in der Critical Race Theory liegen, machen auf die Wechselwirkung sozialer Differenzierungen aufmerksam, die nicht isoliert voneinander betrachtet, sondern in ihren Überschneidungen untersucht werden sollen. Dieser Ansatz sucht somit eine rein additive Perspektive zu überwinden und richtet den Fokus auf Wechselbeziehungen zwischen unterschiedlichen Kategorien sozialer Positionierung.2 Da sich kulturhistorische Betrachtungen von Schönheit grundsätzlich gegen eindimensionale Auseinandersetzungen sperren, scheint ein intersektionaler Zugang für die folgende medienkomparative Analyse prädestiniert zu sein.3 Mediale Diskurse prägen dabei die jeweiligen Schönheitsbilder auf besondere Weise mit, da sie sowohl kulturell geformte Konzepte ‚des Schönen‘ aufnehmen, diese jedoch auch bearbeiten, variieren und erweitern.4

Hierbei lässt sich das Jahr 2012 auch im US-amerikanischen Film- und Fernsehbetrieb eindeutig als Grimm-Jahr bezeichnen, denn seit Anfang des Jahres feierten gleich fünf Sneewittchen-Adaptionen Premiere,5 von denen im Folgenden...

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