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Die schönen Insel-Bilderbücher

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Roland Stark

Dieses Buch fußt, abgesehen einmal von den langjährigen Arbeiten des Verfassers zur Geschichte des Kinderbuchs, auf der Auswertung des Siegfried Unseld-Archivs im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Geboten wird ein Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Entwicklung, den Aufbau und die Inhalte und Themen dieses besonderen Kinderbuchprogramms im Insel Verlag. Herausgestellt werden die Künstler und Autoren dieses Programms, der Verleger Siegfried Unseld und vor allem die Leitfigur Elisabeth Borchers. Verwiesen wird darüber hinaus auf das Verlagssegment des Bilderbuchs, zu dem auch theoretische Überlegungen angestellt werden. Die Wiedergabe zahlreicher Stellungnahmen und Rezeptionsdokumente lässt die wechselvolle Geschichte des Bilderbuchs im Insel Verlag lebendig werden. So entsteht ein Szenario von Zuspruch und Anerkennung, die inhaltliche und künstlerische Qualität der Bilderbücher betreffend. Schließlich wird den Gründen für das Scheitern dieser großartigen Unternehmung nachgegangen. Die vorliegende Publikation fungiert auch als Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf.
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Vorspann - Die Lektorin Elisabeth Borchers

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„Die Kindheit ist das Herz des Menschen“ - wer eine solche Aussage an den Beginn eines Buches zu stellen wagt, besitzt offenbar eine genuin lebendige Erinnerung an das Kind-Sein und vermag sie mit weiter wirkenden Reflexionen über Sprache und Bilder zu verknüpfen. Auch wenn dieser Satz - wie Elisabeth Borchers freimütig bekennt - von Aristoteles abgeleitet und entlehnt ist: Er umfasst ein Bindungsgeflecht aus Erlebtem, Erinnertem und Geträumtem, das auch dem erwachsenen Menschen substantiell noch eingegeben sein kann.

In einem solchen Fundus aufgehoben zu sein, bedeutet zugleich Widerhall auf die Kinderzeit mit ihren Realitäten und Phantasien empfinden und ausdrücken zu können. Elisabeth Borchers besaß diese Gabe - ein seltener Vorzug, den sie auch in ihren Texten, Übersetzungen, Nacherzählungen und Interpretationen umsetzen konnte.

Diese Beziehungsgrundlage steht völlig im Kontrast zu der generellen Bewusstseinssituation eines Menschen wie der Illustratorin Anne Heseler, von der Elisabeth Borchers berichtet: „Anne Heseler war im Haus, und ich fragte sie, wie man sich >ihren< Stil erklären müsse, der doch so konsequent an Längstvergangenem festhalte. Und siehe da, sie reagierte ganz typisch für die ganze Person: ich bin auf der Suche nach meiner Kindheit, sagte sie, ich suche und suche und finde immer wieder nur dieselben Bilder, die alten Landschaften, die alten Bücher.“ (Elisabeth Borchers an Ute Blaich 11.9.1980, Insel Archiv)

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