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Die schönen Insel-Bilderbücher

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Roland Stark

Dieses Buch fußt, abgesehen einmal von den langjährigen Arbeiten des Verfassers zur Geschichte des Kinderbuchs, auf der Auswertung des Siegfried Unseld-Archivs im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Geboten wird ein Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Entwicklung, den Aufbau und die Inhalte und Themen dieses besonderen Kinderbuchprogramms im Insel Verlag. Herausgestellt werden die Künstler und Autoren dieses Programms, der Verleger Siegfried Unseld und vor allem die Leitfigur Elisabeth Borchers. Verwiesen wird darüber hinaus auf das Verlagssegment des Bilderbuchs, zu dem auch theoretische Überlegungen angestellt werden. Die Wiedergabe zahlreicher Stellungnahmen und Rezeptionsdokumente lässt die wechselvolle Geschichte des Bilderbuchs im Insel Verlag lebendig werden. So entsteht ein Szenario von Zuspruch und Anerkennung, die inhaltliche und künstlerische Qualität der Bilderbücher betreffend. Schließlich wird den Gründen für das Scheitern dieser großartigen Unternehmung nachgegangen. Die vorliegende Publikation fungiert auch als Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf.
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Theorie des Kinderbuchs

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Es ist schon angeklungen, dass die wissenschaftliche Debatte um das Kinderbuch und seine Rezipienten auf der Kinder- und Erwachsenenebene alt und umfangreich ist. Zu einem in der Praxis umsetzbaren Ergebnis hat sie - wie schon gesagt - nicht geführt.

Elisabeth Borchers hatte dieses Faktum nicht nur registriert, sie wollte es auch für die Akzeptanz ihres Bilderbuchprogramms einsetzen. Der Gedanke eines bewusst theoretisch strukturierten Taschenbuches mit einer Mischung aus literarischen und theoretischen Texten entstand und wurde vor allem mit Jörg Drews diskutiert, der später auch als Herausgeber fungierte. Einer der Beiträger war Dietrich Leube, dessen Artikel Wider die sanfte Kindesmißhandlung - Anmerkungen zur Ideologie des >künstlerischen Kinderbuchs<, aus der Stuttgarter Zeitung vom 13. Oktober 1973 überarbeitet in das Buch übernommen wurde. Ein großformatiges Bild von Anita Albus aus Der Himmel ist mein Hut - die Erde ist mein Schuh illustrierte beispielhaft einen sehr kritischen Aufsatz, der - wie könnte es anders sein - mit Heinrich Wolgast und dem viel zitierten Elend unserer Jugendliteratur seinen Auftakt nach Maß hatte. Leube nimmt schon zu Beginn seiner Beurteilungen diese Messlatte als Maßstab für die Aussage des Versagens der Fachwelt: „Konfrontiert man nämlich Meinungen und Gemeintes, so zeigt sich, daß beispielsweise die Vorstellung vom >Kindgemäßen< meist nur die Infantilität der Erwachsenen spiegelt. Die Beschäftigung mit Kinderbüchern geschieht so in der Regel nur scheinbar als Auseinandersetzung mit der Sache des Kindes; sie...

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