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Familiennamen zwischen Maas und Rhein

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Edited By Peter Gilles, Cristian Kollmann and Claire Muller

Die Familiennamen im Gebiet zwischen den Flüssen Maas und Rhein stellen infolge der komplexen politisch-historischen Grenzziehungen und durch ihre Lage in der Kontaktzone zwischen Germania und Romania eine besonders vielfältige Quelle für die Namenforschung dar. Der Band umfasst komparative und systematische Beiträge zu den Familiennamenlandschaften in den Grenzregionen von Luxemburg, Belgien, Deutschland und Frankreich, die aus sprachhistorischen, kontaktlinguistischen und kartographischen Perspektiven beleuchtet werden. Diese Artikelsammlung richtet sich damit sowohl an Sprachhistoriker wie auch an Kulturhistoriker.
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Deutscher Familiennamenatlas Band 6: Patronyme. Konzept und linksrheinische Beispiele

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Kathrin Dräger, Konrad Kunze

Abstract

Der sechste Band des Deutschen Familiennamenatlasses (DFA) ist für die Familiennamen aus Rufnamen (Patronyme) vorgesehen. In ihm soll der Patronymenschatz erstmals umfassend unter arealem Aspekt dokumentiert werden. Im folgenden Beitrag werden Probleme und Konzept dieses Vorhabens anhand linksrheinischer Beispiele erörtert, wobei über die Westgrenzen Deutschlands in die Nachbarländer ausgegriffen wird. Dabei zeichnet sich die Region zwischen Rhein und Maas auch bei der Verbreitung von Patronymen in sprachlicher wie in außersprachlicher Hinsicht als einheitlicher Kulturraum ab.

Familiennamen sind einerseits sprachliche Zeichen und als solche Untersuchungsgegenstand der Sprachwissenschaft. Andererseits unterliegen Namen innerhalb der sprachlichen Zeichen spezifischen Sonderbedingungen; einmal aufgrund ihrer Funktion, vor allem indem sie auf Individuen rekurrieren und in ihrer Existenz an diese gebunden sind. Zum anderen aufgrund ihrer Entstehungsbedingungen, denn Namen sind nicht nur an Individuen fixierte Sprache, sondern bei ihrer Entstehung wurden auch bestimmte Sachverhalte an Sprache fixiert, in der sie präsent bleiben können, auch wenn die Sachverhalte längst vergangen sind. Diese doppelte Fixierung in außersprachlichen Herkunfts- und Verwendungszusammenhängen qualifiziert Namen zu einer erstrangigen Quelle auch vieler nichtlinguistischer Disziplinen.

Diese Sachlage erfordert eine Aufteilung des Deutschen Familiennamenatlasses (DFA)1 in einen ersten Teil, der nur ausdrucksseitige Phänomene behandelt und linguistische Zielsetzungen verfolgt, und einen zweiten Teil, der Aspekte der inhaltlichen Motivation und der Fixierung der Namen an Personen und Sachverhalte aufgreift und somit den hier ansetzenden interdisziplinären Interessen gerecht zu werden versucht.

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