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Die Gefäßchirurgie im Ersten Weltkrieg

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Sabine Eckhardt

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte man sich mit allen heute gängigen Methoden der Gefäßchirurgie auseinandergesetzt und in diesem Bereich der Chirurgie binnen weniger Jahre wichtige Erkenntnisse gewonnen. Gemäß der oftmals aufgestellten These, ein Krieg bringe für die Medizin, speziell die Chirurgie, Fortschritte, bot sich den Medizinern mit Beginn des Ersten Weltkrieges die Gelegenheit, dieses Wissen zu festigen und zu erweitern. Zeitgenössische Berichte damals tätiger Kriegschirurgen stellen jedoch deutlich die widrigen Bedingungen an der Front dar, die es nahezu unmöglich machten, die bisherigen Erkenntnisse erfolgreich umzusetzen, geschweige denn Fortschritte in diesem komplexen Bereich der Chirurgie zu erzielen.
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„Der Krieg war ein beispielloser Triumph der Naturwissenschaften. Bacon hatte verheißen, daß Erkenntnis Macht bedeuten würde. Und Macht war es in der Tat, die Macht, Leib und Seele der Menschen schneller zu vernichten, als es jemals vorher geschehen war. Dieser Triumph bereitete den Weg für andere Triumphe: Fortschritte im Transport- und Gesundheitswesen, in der Chirurgie, Medizin und Psychiatrie, in Handel und Industrie und vor allem in den Vorbereitungen auf den nächsten Krieg.“1

Dieses Zitat charakterisiert die Bedeutung des Ersten Weltkrieges für die Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts sehr gut. Fortschritte konnten in zahlreichen Gebieten der Industrie und Wissenschaft verzeichnet werden, so dass dies der erste Krieg war, in dem nicht die Überzahl der Toten durch Lazarettbedingungen und Infektionen entstand. Eine Ausnahme bildete in dieser Hinsicht jedoch – wie in dieser Arbeit dargestellt – die Gefäßchirurgie.

Die Chirurgen an den Fronten des Ersten Weltkrieges sahen sich mit zahlreichen nicht vorhersehbaren Komplikationen konfrontiert. Zum einen erzeugten die neuen Artilleriegeschosse unregelmäßige und wenig überschaubare Verwundungen, die oftmals mit Hautverbrennungen und Infektionen einhergingen. Dementsprechend konnte man nicht allein aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes einer Verletzung die inneren Zerstörungen beurteilen und war auf weiterführende Diagnostik angewiesen, um den Patienten suffizient zu heilen. Die Diagnostik war jedoch schwierig, da es an Zeit für eine ausführliche Anamnese und an Ausstattung in Form von Röntgenkraftwagen mangelte.

Darüber hinaus gestaltete sich die zeitnahe Versorgung der Verwundeten, wie sie bei akut blutenden...

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