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Nachhaltiger Tourismus in Subsahara-Afrika

Anspruch und Wirklichkeit eines neuen Konzepts zur Armutsminderung- Das Beispiel Namibia

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Nico Beckert

Viele Länder Subsahara-Afrikas verfügen über große Tourismuspotenziale. Doch können sie zur Entwicklung und Armutsminderung beitragen? Ein neuer Entwicklungsansatz verfolgt dieses Ziel. Dabei soll die ländliche Bevölkerung aktiv zum Naturschutz beitragen. Im Austausch erhält sie Nutzungsrechte und soll befähigt werden, die Tourismuspotenziale wirtschaftlich nutzbar zu machen. Der Autor untersucht die vielschichtigen Rahmenbedingungen und Problemfaktoren dieses Ansatzes in Namibia. Er deckt die unterschiedlichen Interessenslagen maßgeblicher Akteure auf und belegt, wie sie dem Erfolg des Programms im Wege stehen. Anhand dieser Analyse zeigt er praktikable Handlungsoptionen zur Überwindung problematischer Aspekte auf.
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2 Landnutzung im Vergleich: CBNRM und traditionelle Nutzungsformen

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2Landnutzung im Vergleich: CBNRM und traditionelle Nutzungsformen

2.1Landnutzung – Konflikte zwischen landwirtschaftlicher und touristischer Nutzung

Das Thema möglicher Konflikte um natürliche Ressourcen und daraus entstehender Kosten ist von großer Bedeutung, da Namibia das trockenste Land südlich der Sahara ist63. Lediglich acht Prozent des Landes erfahren genug Niederschlag, um für den Trockenfeldbau geeignet zu sein64. 92 Prozent des Landes gelten als trocken oder semiarid65. Aufgrund dieser Trockenheit großer Teile des kommunalen Landes brauchen Viehhalter und Subsistenzbauern große Flächen, um ihr Vieh weiden zu lassen. Zudem benötigen sie den Zugang zu Wasser, um zumindest einigermaßen ertragreich Nutzpflanzen anbauen zu können. Wildtiere sind gleichermaßen auf den Zugang zu Wasser und Grasland angewiesen. Dementsprechend besteht zwischen dem Tourismus und den Naturschutzbestrebungen einerseits und den traditionellen landwirtschaftlichen Nutzungsformen andererseits eine Konkurrenz um die natürlichen Ressourcen66. Da sich die traditionellen Nutzer und die Wildtiere nicht aus dem Weg gehen können, geraten erstere mitunter mitjenen Conservancy-Akteuren in Konflikt, die das Land touristisch nutzen wollen.

Die Conservancies versuchen diesen Konflikten mit sogenannten Landnutzungsplänen67 entgegenzuwirken. Mithilfe dieser Pläne wird das Conservancy-Gebiet in Bereiche unterteilt, die entweder nur touristisch genutzt oder die ausschließlich zur traditionellen Nutzung vorgesehen sind. Generell besteht dabei die Gefahr, dass die Subsistenzbauern Flächen abtreten müssen und ihnen dadurch Opportunitätskosten entstehen, da sie das Land nicht mehr bewirtschaften können, wenn es für touristische Zwecke genutzt wird.

Obwohl die...

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