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Die Aufgabendelegation an die Handwerkskammern als wirkungsorientierte Verwaltungsführung

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Nicole S. Blinn

Das System der funktionalen Selbstverwaltung wird am Beispiel der Handwerkskammern in die aktuelle Diskussion einer wirkungsorientierten Verwaltungsführung eingeordnet. Dabei werden die Funktionen der Handwerkskammern und die ihr innewohnenden Steuerungsmöglichkeiten kritisch vor dem Hintergrund der Übertragung neuer Aufgaben an die Kammern betrachtet. Es zeigt sich in geradezu paradigmatischer Art und Weise die Verschränkung gesellschaftlicher, beruflicher und sozialer Interessen mit staatlichen Formen und Funktionen in der traditionellen Form der wirtschaftlichen Selbstverwaltung durch Körperschaften des öffentlichen Rechts.
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6. Kapitel Schlussbetrachtung

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Die Gründe, die den Staat veranlassen, Aufgaben auf Träger der funktionalen Selbstverwaltung zu übertragen, sind sehr unterschiedlich. Die Betrachtung hat gezeigt, dass die Handwerkskammer einen vielschichtigen Aufgabenbereich wahrnimmt und im staatlichen Gefüge eine besondere Stellung einnimmt. Gerade im Hinblick auf die Entwicklung einer neuen Verwaltungsrechtswissenschaft und die Betonung der Wirkungsorientierung von Verwaltungshandeln zeigt sich, dass auch traditionelle Institutionen wie die Handwerkskammer mit Veränderungen Schritt halten können. Sie können den Forderungen nach mehr Effizienz, Bürgernähe und Leistungsfähigkeit gerecht werden. Traditionell gewachsene Strukturen können somit ihren Beitrag zu einer wirkungsorientierten Verwaltungsführung leisten. Ihre besondere rechtliche Stellung und Struktur darf nicht als Hemmnis, sondern muss als Chance verstanden werden, die staatliche Lenkung zu gewährleisten. Eine Reaktivierung und Weiterentwicklung des Selbstverwaltungsgedankens vor dem Hintergrund neuester staatlicher Entwicklungen kam bei der Einordnung der funktionalen Selbstverwaltung in das Modell der Neuen Verwaltungswissenschaften deutlich zum Vorschein. Dieser Gedanke zeigt sich in besonderem Maße bei der Betrachtung der Möglichkeiten staatlicher Aufgabendelegation an die Handwerkskammer. Folgende Thesen lassen sich abschließend festhalten:

(I)Die funktionale Selbstverwaltung zeichnet sich durch ihre vielschichtigen öffentlichen Funktionen aus, denen zugleich eine bestimmbare Steuerungsleistung zugeordnet werden kann.

(II)Bedingt durch die heutigen komplexen und dynamischen Lebensverhältnisse nimmt die Handwerkskammer zunehmend eine Mittlerrolle ein, die sich als Methode der Integration gesellschaftlicher Interessen und Betroffenenpartizipation auszeichnet.

(III)Die Selbststeuerung stellt eine alternative Steuerungsform dar, die den Staat entlastet. Auf...

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