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Gestalt und Gestaltung in interdisziplinärer Perspektive

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Ellen Aschermann and Margret Kaiser-El-Safti

Die gestaltpsychologische Schule war ein Meilenstein innerhalb der Theoriebildung der deutschen und österreichischen Philosophie und empirischen Psychologie. Unterschiedliche Schulen folgten ihr nach. Der Einflussbereich der Theorie erstreckte sich ab den 1890er Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auch auf angrenzende Disziplinen wie Musik-, Sprach- und Kunstwissenschaft. Bis heute wurde die Autorenschaft von Carl Stumpf und dessen erkenntnistheoretische Fundierung der Gestalt- und Ganzheitspsychologie noch wenig erforscht. Die Wiederbelebung der Lehre Stumpfs könnte hoch aktuelle Fragestellungen wie die nach dem Leib-Seele-Verhältnis vertiefen, aber auch erkenntnistheoretischen, lernpsychologischen und ästhetischen Fragen neue Anhaltspunkte und neuen Aufschwung verschaffen.
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Karl R. Popper und die Psychologie – Zwei frühe Schriften

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Zusammenfassung

Karl Raimund Popper wandte sich schon zu einer Zeit, als er bei Karl Bühler über methodologische Probleme der Psychologie promovierte, erkenntnistheoretischen Fragen zu. Die Promotion dokumentiert ein besonderes Interesse an denkpsychologischen Reflexionen und deren Einordnung in einen biologisch-evolutionären Rahmen. Popper schenkt weniger der geisteswissenschaftlichen Verstehenspsychologie und der Berliner Gestaltpsychologie als vielmehr dem Verhaltensaspekt besondere Aufmerksamkeit und beruft sich zur Erklärung zweckhaften Verhaltens im Sinne von Erkennen einer Situation auf die Theorie der Komplexqualität nach Felix Krüger, erwähnt in diesem Kontext auch eine emotionale Beteiligung am Erkenntnisprozess. Neben Bühler, dessen Sprachtheorie lebenslang Bedeutung für Popper behielt, zog er die Arbeiten von Otto Selz zur Unterscheidung des vorwissenschaftlichen vom wissenchaftlichen Erkenntnisprozess heran. In Bezug auf Poppers spätere Theorie der Falsifaktionsmethode und der Trennung psychologischer und logischer Erkenntnisweisen könnte Selz zu dieser Zeit mehr Einfluss als Bühler auf Popper gewonnen haben.

Bemerkenswert ist, dass der junge Karl Popper für einen biologischen Standpunkt votiert, der dem Ansatz von Carl Stumpf nahe steht. In seiner letzten, mit John Eccles verfassten Arbeit Das Ich und sein Gehirn (1977) beruft Popper sich auf Carl Stumpf als „seinen Vorläufer“.

Abstract

Karl Raimund Popper already turned to epistemological questions while he was still studying for his doctorate on methodological problems of Psychology under the supervision of Karl Bühler. His thesis documents a special interest in deliberating on psychological reasoning and its classification in a biological evolutionary...

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