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Gestalt und Gestaltung in interdisziplinärer Perspektive

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Edited By Ellen Aschermann and Margret Kaiser-El-Safti

Die gestaltpsychologische Schule war ein Meilenstein innerhalb der Theoriebildung der deutschen und österreichischen Philosophie und empirischen Psychologie. Unterschiedliche Schulen folgten ihr nach. Der Einflussbereich der Theorie erstreckte sich ab den 1890er Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auch auf angrenzende Disziplinen wie Musik-, Sprach- und Kunstwissenschaft. Bis heute wurde die Autorenschaft von Carl Stumpf und dessen erkenntnistheoretische Fundierung der Gestalt- und Ganzheitspsychologie noch wenig erforscht. Die Wiederbelebung der Lehre Stumpfs könnte hoch aktuelle Fragestellungen wie die nach dem Leib-Seele-Verhältnis vertiefen, aber auch erkenntnistheoretischen, lernpsychologischen und ästhetischen Fragen neue Anhaltspunkte und neuen Aufschwung verschaffen.
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Repräsentation und Architektur des Psychischen. Eine Synthese der Gedanken Gustav Theodor Fechners und Carl Stumpfs zur (Auf-)Lösung des Leib-Seele-Problems

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Zusammenfassung

Ausgangspunkt des Aufsatzes ist die derzeitige Debatte innerhalb der Psychologie um die Biologisierung des Faches. Um der (vermeintlichen) Gefahr neuroreduktionistischer Strategien zu entgehen, wird häufig bereits aus der phänomenalen Differenz zwischen psychischen und neuronalen Aspekten abgeleitet, dass es sich hierbei um zwei verschiedene Wirklichkeitsbereiche handelt. Allerdings hat bereits Gustav Theodor Fechner eine gehaltvolle Position entwickelt, die das Problem der phänomenalen Differenz aufzulösen vermag. Der Grundgedanke ist, dass wir ein und denselben Wirklichkeitsausschnitt unterschiedlich repräsentieren und es so überhaupt erst zur Gehirn-Geist-Differenz kommt. Insbesondere Carl Stumpf hat den Fechnerschen Ansatz aber stark kritisiert und betont vor allem die Teil-Ganzes-Beziehung als entscheidende erkenntnistheoretische Relation. Es lässt sich nun zeigen, dass sich die Gedanken Fechners und Stumpfs einerseits in der aktuellen philosophischen Diskussion widerspiegeln und dass in der Synthese ihrer Gedanken andererseits ein großes Potential liegt, eine (Auf-)Lösung des Leib-Seele-Problems voranzubringen. Trotz der Möglichkeit zur Annahme einer psychophysischen Koextensivität oder gar Identität besteht keine Gefahr für den Status der Psychologie als Wissenschaft oder des Psychischen als einer realen und wissenschaftlich akzeptablen Größe.

Abstract

The central point of this essay is the current debate within psychology on its biologisation. In order to avoid neuroreductionist approaches, a dualistic ontology is often deduced from the phenomenological differences of psychological and neurological aspects. However, Gustav Theodor Fechner has already developed a promising position that may resolve the Problem of Phenomenonal Difference. The basic idea is, that...

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