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Wilhelm Weitling (1808–1871)

Eine politische Biographie- Teil 1 und Teil 2

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Waltraud Seidel-Höppner

Wilhelm Christian Weitling zählte zu den bedeutendsten deutschen Frühsozialisten und Organisatoren der frühproletarischen Bewegung. Diese politische Biographie befasst sich mit dem Leben Weitlings von der Kindheit über die Ausbildung bis zum revolutionären Demokraten und zu seinen politischen Aktivitäten. Auch seine wichtigsten politischen Theorien und Werke werden vorgestellt und interpretiert. Weitling forderte eine soziale Republik, die allen Menschen Arbeit und soziale Sicherheit gewähren sollte. Seine scharfsinnige Sozialkritik orientierte sich am Urchristentum, und er betrachtete die demokratische Partei zur Rettung der Revolution 1848/49 als unverzichtbar. 1849 schloss er seine Vereine der Arbeiterverbrüderung an und emigrierte dann in die USA, wo er 1871 starb.
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III. Die Schweizer Jahre 1841–1844

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III.  Die Schweizer Jahre 1841–1844

»die gefüllten Magazine, Speicher und Keller, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Grunde der Gewässer, die Kräuter auf den Alpenhöhen und das Erz in den Schächten der Erde, alles dies, alles ist von Gottes und Rechtes wegen unser aller Gemeingut. Fordern wir es wieder zurück«.

(Weitling, Das Evangelium des armen Sünders, S. 122.)

Im März 1841 verläßt Weitling Paris und langt im Mai in Genf an1, um sein Vorhaben, die politische Arbeit des Bundes der Gerechtigkeit in das nahe Alpenland zu verlagern, zu verwirklichen. Nach dem Maiaufstand sind deutsche Gesellen der polizeilichen Verfolgungswelle ohnehin in dichten Strömen in die Schweizer Kantone entronnen. Grenznähe und gemeinsame Sprache sorgen dafür, daß nicht einmal die Demagogenjagd vom August 1836 dem alten Zufluchtsland etwas von seiner Anziehungskraft nehmen kann. Wegen der Gewerbefreiheit und dem großzügigen Vereinsrecht ist und bleibt es beliebtes Wanderziel deutscher Handwerksgesellen. Seit der verschärften Tätigkeit der Metternichschen Zentraluntersuchungsbehörde für politische Verbrechen im Juli 1833 und den konzertierten Verfolgungsmaßnahmen ist die republikanische Schweiz wegen ihrer weitgehenden Meinungs- und Pressefreiheit auch bevorzugter Zufluchtsort politischer Flüchtlinge aus Deutschland, Italien, Polen und Frankreich. Allerdings wenden sich die meisten nach dem westschweizerischen Waadtland, wo die Behörden duldsamer sind als in Zürich. Öffentliche Vereinstätigkeit wird hier zwar ebenfalls polizeilich überwacht, aber nicht behindert. Wann immer die Mächte...

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