Show Less
Restricted access

Kinder- und Jugendliteraturforschung international

Ansichten und Aussichten- Festschrift für Hans-Heino Ewers

Series:

Gabriele von Glasenapp, Ute Dettmar and Bernd Dolle-Weinkauff

32 Autorinnen und Autoren reflektieren die internationale Verankerung, die theoretisch-methodische Ausdifferenzierung und das Forschungsinteresse an Geschichte und Gegenwart der Kinder- und Jugendliteratur. Sie beschäftigen sich in vier Schwerpunkten mit der Theorie, der Übersetzungs- und Rezeptionsgeschichte, mit kinder- und jugendliterarischen Medien sowie in zahlreichen Einzelstudien mit Gattungen, Formen und Themen historischer wie aktueller Kinder- und Jugendliteratur und -medien. Der Band ist Hans-Heino Ewers gewidmet, der in seiner über 25-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit maßgeblich zur theoretisch-systematischen Fundierung dieser vergleichsweise jungen Fachdisziplin beigetragen und wesentliche Impulse für die weitere Forschung gegeben hat.
Show Summary Details
Restricted access

Faszination des Grauens. Die Ambivalenz der Kriegserfahrung in den Kindheitserinnerungen Thomas Bernhards: Heinrich Kaulen

Extract

Thomas Bernhard ist – im Unterschied zu den meisten anderen in dieser Festschrift behandelten Autoren – nicht als Schriftsteller bekannt, der Texte für Kinder oder Jugendliche geschrieben hat. Tatsächlich findet sich in seinem umfangreichen literarischen Werk auch nur eine einzige Ausnahme von dieser Regel1, und um diese Erzählung soll es im Folgenden ausdrücklich nicht gehen. Dennoch spielen in seinem teilweise stark autobiographisch geprägten Schaffen Kinderfiguren und zumal die literarische Transformation eigener Kindheitserfahrungen und -erinnerungen eine zentrale Rolle. Im Mittelpunkt des vorliegenden Beitrags sollen die Kriegserfahrungen des jungen Thomas Bernhard stehen. Dabei stehen vor allem drei Aspekte im Zentrum: die Frage nach der Zweideutigkeit dieser kindlich geprägten Kriegserfahrungen im Spannungsfeld von psychischer Traumatisierung und ästhetischer Faszination; die Möglichkeit einer Distanzierung von der mit dieser Ambivalenz implizit verbundenen Gefahr einer Ästhetisierung des Krieges; und schließlich das poetologische Problem der Kongruenz zwischen fiktionalem Erzählen und erzählter Wirklichkeit, also die Reflexion über die Bedingungen der Möglichkeit der literarischen Erinnerung an Krieg und Gewalt. Es steht hier nicht zur Diskussion, ob und in welchem Maße es auch der Kinderliteratur der Moderne grundsätzlich möglich ist, sich derart prinzipiellen Fragen zu stellen. Es gibt Beispiele aus der Kinder- und Jugendliteratur nicht erst der Gegenwart, welche die Annahme stützen, dass die genannten Fragen jedenfalls nicht eo ipso außerhalb ihres Problemhorizonts liegen. Thomas Bernhard jedenfalls hat sich den genannten Problemen bei der literarischen Aufarbeitung seiner eigenen kindlichen Kriegserlebnisse mit der ihm eigenen Entschiedenheit, Kompromisslosigkeit und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.