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Programmwortschatz einer höfischen Dichtersprache

«hof/hövescheit», «mâze», «tugent», «zuht», «êre» und «muot» in den höfischen Epen um 1200

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Nina Bartsch

Diese Arbeit versteht sich als Beitrag zur Diskussion um die sogenannte höfische Dichtersprache. Den Ansatzpunkt für die Untersuchung bildet dabei die Analyse des oft als gruppenspezifisch verstandenen Wortschatzes. Die Programmwörter hövescheit, mâze, tugent, zuht, êre und muot dieses Wortschatzes entwerfen in ihrer unterschiedlichen sprachlichen Verwendung das für den literarischen Handlungsraum hof gültige Regelwerk und dessen Grenzen. Durch die empirische Analyse der sprachlichen Verwendung der einzelnen Programmwörter und deren konzeptioneller Verknüpfung im Sinne eines Programmwortschatzes in der höfischen Epik um 1200 wird eine bisher bestehende Forschungslücke gefüllt und so eine Basis für weiterführende Forschungsfragen geschaffen.
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1. Forschungsüberblick

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Zu der sogenannten höfischen Dichtersprache1 oder vielleicht unverfänglicher formuliert der Sprache der höfischen Dichter ist viel gesagt und über ihren Charakter noch häufiger kontrovers diskutiert worden.2

Um die gesamte Forschung angemessen darstellen und perspektivieren zu können, erscheint eine weitgehend chronologische Darstellung und deren thematische Organisation unter Berücksichtigung der verschiedenen wissenschaftlich und ideologisch3 begründeten Ansichten auf den Untersuchungsgegenstand die einzig sinnvolle zu sein. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass ein Zeitraum von knapp 200 Jahren Forschungsgeschichte zugänglich gemacht werden soll, in deren Verlauf ganz unterschiedliche Perspektiven auf einen nur schwer fassbaren Gegenstand entwickelt wurden, die jeweils nur in der Kontextualisierung größerer geistesgeschichtlicher Strömungen und wissenschaftlicher Neuorientierungen verständlich werden.

Ein erstes Hindernis für eine strukturierte Darstellung der Forschungsliteratur ergibt sich bereits in dem Problem der angemessenen Begrifflichkeit und daran anknüpfend in der Frage des eigentlichen Gegenstandes der wissenschaftlichen Diskussion und dessen konkreter Benennung. Versuchen die Protagonisten der Diskussion den Beweis der Existenz einer höfischen Dichtersprache, einer Gemeinsprache, einer Kunstsprache, einer Literatursprache oder eines Funktiolektes zu führen? Alle diese Termini oder eben die bewusste Meidung eines Terminus durch begriffliche Umschreibung lassen sich innerhalb der fast 200-jährigen Forschungsdebatte finden. In einigen Fällen liegt der unterschiedlichen Benennung eine semantische Differenzierung zugrunde, in einigen Fällen referieren sie auf Identisches.

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