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Morgenland und Moderne

Orient-Diskurse in der deutschsprachigen Literatur von 1890 bis zur Gegenwart

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Edited By Axel Dunker and Michael Hofmann

Die Ereignisse nach dem 11. September 2001 und die jüngsten gesellschaftlichen Umbrüche im Nahen Osten, der Irak-Krieg, der Bürgerkrieg in Syrien, der fortdauernde Konflikt in Afghanistan, aber auch die interkulturellen Probleme innerhalb Deutschlands machen deutlich, wie wichtig die Bilder und Vorstellungen sind, die sich der «Westen» vom traditionell auf den Begriff des «Orients» gebrachten Nahen und Mittleren Osten macht. Die Beiträge dieses Bandes geben Aufschlüsse über das Verhältnis von Identität und Alterität, von Selbst- und Fremdbildern im Verhältnis der deutschen Kultur und Gesellschaft zum «Orient».
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Michael Hofmann: Postmoderne Inszenierungen weiblicher Körper in Räumen der Tradition und der Modernisierung: ‚Orient‘ bei Emine Sevgi Özdamar

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Emine Sevgi Özdamar erlebte ihren Durchbruch im literarischen Feld der deutschsprachigen Literatur, als sie im Jahre 1991 den Ingeborg Bachmann-Preis gewann. Während der von der Robert Bosch-Stiftung verliehene Adelbert von Chamisso-Preis für Autorinnen und Autoren mit nicht-deutscher Muttersprache, der seit 1985 verliehen wurde, trotz seiner zweifelsfrei wichtigen und lobenswerten Intention der Förderung neuer Stimmen dazu tendiert, einen separaten Raum für eine Minderheit zu schaffen, manifestierte sich mit der Vergabe des Bachmann-Preises an eine Autorin, die aus der Türkei stammte und erst im Alter von 17 Jahren die deutsche Sprache erlernte, die Einsicht, dass die deutsche Gegenwartsliteratur wirklich multikulturell und auch in einem spezifischen Sinne vielsprachig ist. Allerdings zeigt die Diskussion um die Preisverleihung und auch die Art der medialen Beschäftigung mit der Autorin und ihrem Text, dass Vorurteile und nicht-literarische Aspekte in diesem Falle eine bedeutende Rolle spielten.

Der vorliegende Beitrag zeigt zunächst, welche Rolle die ‚orientalische‘ Herkunft Emine Sevgi Özdamars bei der Aufnahme ihres Werkes, aber auch bei der Selbstinszenierung der Autorin spielte. Im Zentrum steht dann die Frage, welche Diskurse über den ‚Orient‘ sich vor allem in dem Roman Das Leben ist eine Karawanserei hat zwei Türen aus einer kam ich rein aus der anderen ging ich raus finden, mit dem Özdamar den Bachmann-Preis gewann und in dem die autobiographisch inspirierte Beschreibung der Kindheit und Jugend einer türkischen Frau in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts dargestellt wird. Dieser Roman bietet – wie ausführlich...

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