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Das II. Vatikanische Konzil und die Wissenschaft der Theologie

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Edited By Ansgar Kreutzer and Günther Wassilowsky

Mit der Erinnerung an das II. Vatikanische Konzil ist eine Besinnung auf das funktionierende Zusammenspiel von kirchlichem Lehramt, wissenschaftlicher Theologie und gesellschaftlicher Öffentlichkeit verbunden. Diesen Zusammenhängen von Konzil und Theologie im Kontext ihrer gesellschaftlichen Herausforderungen ist dieser Sammelband gewidmet, der auf eine im Sommersemester 2012 an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz (KTU) gehaltene Ringvorlesung zurückgeht. Während zahlreiche inhaltliche Auseinandersetzungen mit dem Konzil eher auf seine Dokumente oder Grundthemen abheben, bildet hier das Interaktionsverhältnis von Konzils- und theologischem Reflexionsgeschehen das übergreifende Formalobjekt: Wie haben sich Theologie und Konzil wechselseitig beeinflusst? Welche Kontinuitäten und Brüche bedeutete das Konzil für die einzelnen theologischen Teilfächer? Und was ist der spezifische Beitrag der theologischen Reflexion zum kulturellen Gedächtnis des Konzils in der Kirche – auch im Sinne seiner Aktualisierung?
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Brennpunkte des Konzils Pastoraltheologische

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Brennpunkte des Konzils. Pastoraltheologische Ortsbestimmungen in der Welt von heute

Hildegard Wustmans

In den vergangenen Jahren hat sich die Situation der Kirche in der Gesellschaft drastisch verändert. Sichtbar wird dies z. B. in den Statistiken zum Sonntagskirchgang.1 Betrachtet man die Zahlen, so ist festzustellen, dass diese kontinuierlich sinken. Auffallend ist dabei – auch für die Diözese Linz –, dass sich städtisches und ländliches Leben annähern. Die Unterschiede werden kleiner: Auch auf dem Land verliert die Kirche in diesem Bereich an Bedeutung, Sozialkontrolle scheint auch hier immer weniger wirksam.

Ähnliche Abwärtsspiralen zeigen sich in Bezug auf Kirchenaustritte.2 Kontinuierlich steigt die Zahl der Personen, die aus der Kirche austreten. Im Jahr 2010 war dieseZahl in der Diözese Linz dramatisch hoch (13 942).3 Beim Alter der Ausgetretenen fällt auf, dass der Anteil der 30- bis 55-Jährigen merkbar angestiegen ist. Und eine weitere neue Tendenz zeigt sich: Immer mehr Frauen treten aus der Kirche aus. Ihre Distanz zu dieser Institution nimmt zu. Galten Frauen lange als Tradentinnen des Glaubens, so ist festzustellen, dass sie diese Aufgabe und Funktion zunehmend verweigern, was perspektivisch gravierende Auswirkungen auf die Kirche haben wird.4

Dass die Situation der Kirche prekär ist, ist nicht von der Hand zu weisen: Ihr kommen die eigenen Mitglieder abhanden und jene die bleiben, definieren ihren Glauben und ihre Spiritualität immer öfter unabhängig von Dogma und kirchlichen Geboten und vor allem auch gelegenheitsreligiös. Man...

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