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Wem gehört das «Heilige Land»?

Christlich-theologische Überlegungen zur biblischen Landverheißung an Israel

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Edited By Berthold Schwarz

Die Beiträge in diesem Sammelband wollen dazu beitragen, aus christlich-theologischer Perspektive die Antwort auf die Frage zu präzisieren, wem das in den biblischen Überlieferungen dem Bundesvolk Israel verheißene Land gehört. Aus verschiedenen Blickwinkeln laden die Beiträge dazu ein, den theologischen Austausch hinsichtlich der «Landbesitzfrage» anzuregen und die Sinne für die theologische Urteilsbildung zu schärfen. Die vierzehn verschiedenen Autoren stimmen konfessionell und theologisch nicht in allem miteinander überein. Trotzdem liegt allen Beiträgen die Absicht zugrunde, fachrelevante Untersuchungsergebnisse vorzulegen, die eine ausgewogene und begründete Israellehre fördern und die einen «theologischen Astigmatismus» in der «Landbesitzfrage» vermeiden wollen.
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Ein Zeichen von Gottes Treue: Erwägungen zur theologischen Einordnung des Landbesitzes für Israel anhand der Ansätze von Arnold A. van Ruler und Jürgen Moltmann

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ANDREAS HAHN

Die biblischen Landbesitzverheißungen für Israel sind durch unterschiedliche eschatologische Ansätze jeweils sehr verschieden interpretiert worden. Betrachtet man die klassischen eschatologischen Entwürfe im evangelikalen Raum, so leugnen bekannterweise amillenaristische Ansätze im allgemeinen eine Erfüllung dieser Verheißungen für die Nation Israel innerhalb der Geschichte, aber nach dem Kommen Christi und der Entstehung der christlichen Kirche, während prämillenaristische und unter diesen besonders dispensationalistische eine solche bejahen.1 Gegensätzlich wird dann auch die Frage beantwortet, ob die Wiederentstehung der Nation Israel zusammen mit ihrem Landbesitz eine theologische Bedeutung haben kann. Wer nun überzeugt ist, dass die Landverheißungen für Israel innerhalb der Geschichte und post Christi adventum eine Erfüllung finden werden (oder teilweise schon gefunden haben), ist deshalb herausgefordert, zu durchdenken, ob und wie diese Position sinnvoll in einen systematisch-theologischen Gesamtzusammenhang eingeordnet werden kann.

Ohne dies weiter zu begründen, möchte ich vorausschicken, dass nach meiner Überzeugung der systematische Grundansatz für eine solche Einordnung nur ein im Wesentlichen heilsgeschichtlicher sein kann, während ein existentialaktual bestimmter den geschichtlichen Aspekt dieser Frage wohl schwerlich theologisch in den Blick bekommt.2 Der vorliegende Aufsatz ist allerdings nicht ← 289 | 290 → der Rahmen, um einen solchen heilsgeschichtlichen Ansatz durchgehend zu entfalten. Auch soll nicht einfach ein dispensationalistischer Entwurf referiert werden. Denn die Möglichkeit einer heilsgeschichtlichen Zukunft für Israel als Nation – wobei im Begriff Nation ein Landbesitz eingeschlossen ist – ist kein Proprium des Teils evangelikaler Theologie,...

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