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Von Memel bis Allenstein

Die heutigen Bewohner des ehemaligen Ostpreußens: Memelland, Kaliningrader Gebiet, Ermland und Masuren

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Andrzej Sakson

Der Autor zeigt den Verlauf der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Prozesse in den Regionen Memelland, Kaliningrader Gebiet, Ermland und Masuren nach 1945 auf. Er vergleicht ihre jeweiligen Entwicklungen kritisch miteinander und rekurriert dabei auf die Nationalbildungsprozesse im späten 19. Jahrhundert sowie die Ereignisse am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Analysen stützen sich auf eigene soziologische Feldforschung. Zahlreiche Interviews, direkte und indirekte Beobachtungen sowie quantitative Untersuchungen wurden durch Archivstudien und durch die Auswertung von amtlichen Dokumenten, Memoiren, Fachliteratur sowie Presseezeugnissen ergänzt.
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1. Das Neue Ostpreußen

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Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, der mit dem Überfall Nazideutschlands auf Polen am 1. September 1939 begann, erwies sich für die Geschichte Ostpreußens als fundamental. Durch die Bezwingung Polens im „Blitzkrieg“ konnte der „schmähliche Korridor“ beseitigt und die Provinz, die nun über ein neues größeres Territorium verfügte, mit dem Großdeutschen Reich vereinigt werden. Andererseits war dies der Anfang vom Ende des deutschen Staatswesens in dieser Region. Der Überfall auf die noch unlängst verbündete Sowjetunion am 21. Juni 1941 kündigte schon die spätere Niederlage an der Ostfront und die Besiegung des Dritten Reiches an. Der Einmarsch der Roten Armee brachte Ostpreußen Besatzung, Teilung und totale Auflösung.

Ostpreußen wurde zur wichtigen militärischen Ausfallbasis für die deutsche Aggression auf Polen1. ← 105 | 106 →

1.   Das Neue Ostpreußen

Der siegreiche Krieg gegen Polen und die späteren Erfolge des Dritten Reiches im Krieg gegen die UdSSR (1941-1942) schufen neue Möglichkeiten der territorialen Expansion Ostpreußens. Das Memelland und das Soldauer Gebiet wurden annektiert. Es waren „heimgekehrte Gebiete“ (wie Großpolen, Pommern und Schlesien). 1939 wurden große Teile anderer polnischer Lande dem Deutschen Reich angeschlossen. Um die Jahreswende 1941/1942 erreichte Ostpreußen den Höhepunkt seiner territorialen Ausdehnung. Die Macht des ostpreußischen Gauleiters erstreckte sich von Płock an der Weichsel (Regierungsbezirk Zichenau) über Tallin und den Narew (Reichskommissariat Ostland) bis nach Kiew am Dnjepr (Reichskommissariat Ukraine). Der Stern Erich Kochs,...

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