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Handbuch Angewandter Dramaturgie

Vom Geheimnis des filmischen Erzählens – Film, TV und Games

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Kerstin Stutterheim

Dramaturgie hat eine lange Tradition, auch im Bereich von Film- und Fernsehen. Kenntnisse der Dramaturgie ermöglichen es, einem Werk zu seiner bestmöglichen Entfaltung zu verhelfen, ohne diesem standardisierte Grenzen einer Formatvorlage aufzuerlegen. Ebenso kann Dramaturgie die Analyse von Werken unterstützen, um künstlerische Prozesse und die Qualitäten eines Werkes erkennen und verstehen zu können. In diesem Buch wird ein Überblick über dramaturgische Grundlagen gegeben. Es werden dramaturgische Traditionen und Modelle aus der Praxiserfahrung heraus und für diese anwendbar diskutiert. Es wendet sich an Medienschaffende und Medienwissenschaftler ebenso wie an Filminteressierte.
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Case Study zur impliziten Dramaturgie: The Shining

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Dieser Abschnitt widmet sich ausdrücklich nur der Analyse der Aspekte der impliziten Dramaturgie einiger Szenen aus diesem Film.78 Eine vollständige Analyse des gesamten Films und die Berücksichtigung weiterer relevanter dramaturgischer Aspekte würden den Rahmen des in diesem Handbuch Möglichen sprengen. Auf Grund der komplexen und reichen Gestaltung der dramaturgischen Mittel würde eine derart genaue Analyse des gesamten Films einen umfangreichen Text erforderlich machen, der ein eigenes Buch füllen könnte. In der hier auf einige Szenen begrenzten Analyse wird der Film als autarkes, eigenständiges Werk an Hand der für das Gesamtverständnis wichtigsten Sequenzen analysiert und die besondere Form der Adaption der Romanvorlage nicht berücksichtigt.

Stanley Kubrick formulierte seine Intention in Bezug auf die Entwicklung und Realisierung dieses Films dahingehend, dass es ihm daran gelegen war: „to create the ›scariest film of all time‹“.79 THE SHINING kann als der erste postmoderne Horrorfilm80 angesehen werden. Die explizite und die implizite Ebene der Ausgestaltung der Handlung bieten verschiedene Anknüpfungspunkte und Anstöße für Interpretationen. Zahlreiche Autor_innen haben diesen Film bereits interpretiert und für die Diskussion unterschiedlichster Aspekte sozialer und philosophischer Thesen genutzt81. Analysiert man insbesondere die implizite Dramaturgie des ← 49 | 50 → Films, dann verweisen die filmischen Mittel über die Themen der Basiserzählung hinaus auf die nur wenig aufgearbeitete Geschichte der Verbrechen an den indigenen Völkern Nord-Amerikas. Wie bereits vorne im entsprechenden Kapitel dargestellt, aktiviert die implizite Dramaturgie unser intuitives, assoziatives oder...

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