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Grundlagen der Textsortenlinguistik

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Bozena Witosz

Die Monografie umreißt die polonistische Textsortenforschung in ihren wichtigsten Strömungen und Entwicklungslinien. Teil I führt in den theoretischen Kontext ein und stellt das Begriffsinstrumentarium der Forschungsdisziplin vor. Es wird dabei eine integrative Herangehensweise an literarische und Gebrauchstexte gewählt. Teil II schlägt eine einheitliche methodologische Herangehensweise an Textsorten vor, die ihre Typologie (Netzmodell), Mehrebenenstruktur, Determinanten und Wechselbeziehungen, ihre Kulturbedingtheit sowie die gegenwärtige Tendenz zur Transgression und Hybridisierung umfasst. Abschließend wird beispielhaft die Textsortencharakteristik des literarischen Textes Jadąc do Babadag von A. Stasiuk herausgearbeitet, der Textsorteninterferenzen innerhalb einzelner Äußerungen aufweist.
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Das „Mehrparadigmenkonzept“ der Textsortenlinguistik

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Will man Position und Stellenwert der Textsortenlinguistik unter anderen Paradigmen der modernen Linguistik bestimmen, ist zu konstatieren, dass diese Teildisziplin ihren Ursprung in der Textlinguistik hat. Diese Feststellung muss aber erklärt und erweitert, teilweise auch korrigiert werden. Denn man kann schwerlich zustimmen, dass die Beziehungen zwischen der Textsortenlinguistik und anderen Forschungsrichtungen so einseitig erklärt werden können. Die Sache ist, wie so häufig bei der Problematisierung von Äußerungen, viel komplizierter. Die moderne Textsortenlinguistik die sich eine integrierte Textsortenanalyse zum Ziel setzt, öffnet sich unterschiedlichen Paradigmen, um ein geeignetes Instrumentarium von Begriffen und Techniken für die eigenen Analysen zu finden. Es lässt sich aber nicht sagen, dass die Textsortenlinguistik bei anderen Forschungszweigen ‚schmarotzt‘. Auch sie trägt – besonders wenn es um methodologische Lösungen geht – wesentlich dazu bei, dass die ihr verwandten Disziplinen von den Errungenschaften der Textsortenlinguistik profitieren, indem sie auf die engen Verbindungen zwischen verschiedenen (mentalen, situativen, kulturbedingten u. Ä.) Interaktionsaspekten und ihrer Textsortenspezifik hinweist. Wenn man auf die Beziehungen der Textsortenlinguistik zu anderen theoretisch-methodologischen Modellen eingeht, muss man nicht nur die Tatsache beachten, dass die Bezüge häufig einen symmetrischen Charakter aufweisen. Außerdem trägt der wechselseitige Kontakt vieler Teildisziplinen innerhalb der Linguistik zu ihrem dynamischen Wandel und zur Bereicherung einer jeden von ihnen bei. Jede im geisteswissenschaftlichen Raum neu entwickelte Theorie wird oft gleichzeitig von mehreren Methodologien aufgenommen und im Rahmen verschiedener Forschungstraditionen ausprobiert, und sie verursacht selbst gleichzeitig Veränderungen bei den nachfolgenden Kettenelementen verwandter Forschungsdisziplinen....

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