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Grundlagen der Textsortenlinguistik

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Bozena Witosz

Die Monografie umreißt die polonistische Textsortenforschung in ihren wichtigsten Strömungen und Entwicklungslinien. Teil I führt in den theoretischen Kontext ein und stellt das Begriffsinstrumentarium der Forschungsdisziplin vor. Es wird dabei eine integrative Herangehensweise an literarische und Gebrauchstexte gewählt. Teil II schlägt eine einheitliche methodologische Herangehensweise an Textsorten vor, die ihre Typologie (Netzmodell), Mehrebenenstruktur, Determinanten und Wechselbeziehungen, ihre Kulturbedingtheit sowie die gegenwärtige Tendenz zur Transgression und Hybridisierung umfasst. Abschließend wird beispielhaft die Textsortencharakteristik des literarischen Textes Jadąc do Babadag von A. Stasiuk herausgearbeitet, der Textsorteninterferenzen innerhalb einzelner Äußerungen aufweist.
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Textuelle Aktualisierungen von Textsorten und Gattungen

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In der textlinguistischen Forschung nimmt die Kategorie des Subjekts eine zentrale Stellung ein. Auch bei der Beschreibung der textsortenlinguistischen Bedingtheit sprachlicher Handlungen (was in meinen obigen Ausführungen schon mehrmals erwähnt wurde, vgl. Kapitel Determinanten von Textsorten und Textsortenvarianten) spielen subjektbezogene Elemente eine grundlegende Rolle. Ihre Bedeutung wird besonders sichtbar, wenn wir uns beim Übergang von der Idealisierungsebene zu der Konkretisierungsebene auf die textsortenlinguistische Charakteristik eines Einzeltextes konzentrieren. Dem Äußerungssubjekt steht das Recht zu, das Muster zur Realisierung seiner kommunikativen Ziele zu wählen. Obwohl diese Wahl von einem Netz von Relationen und Zusammenhängen kontextueller Natur abhängt, lässt sich der autonome Charakter der von Teilnehmern der Kommunikationsspiele zu treffenden Entscheidungen nur schwer bezweifeln. Wie ist somit „der Textsortenzwang“ (hier ist auf die Voraussetzungen des obligatorischen Bezugs auf die Textsortenregeln bei der Konstruierung von Äußerungen hinzuweisen) mit der Freiheit und dem kreativen Aspekt individueller Sprachaktivität zu vereinbaren? Nach Grochowski (der bemüht ist, diesen im Grunde genommen nur scheinbaren Widerspruch aufzuheben) lässt sich nämlich „die zwischen der Textsorte und dem Text bestehende Relation nicht als eine Variante der Relation ‘Typ – Exemplar’ auffassen“ (Grochowski 2004: 24).

Das Obige kommt zustande, wenn die Textsortenregeln nicht strikt befolgt werden, was ich schon in meinen Ausführungen hervorzuheben versuchte. Die Einmaligkeit der Subjektexpression besteht u.a. darin, dass mit einer konkreten Äußerung lediglich „Spuren“ des Textsorten-/ Gattungsbewusstseins vom Äußerungsproduzenten aufgedeckt werden, durch die dem Rezipienten die Möglichkeit gegeben wird, den...

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