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Das Duale System der Berufsausbildung als Leitmodell

Struktur, Organisation und Perspektiven der Entwicklung und europäische Einflüsse

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Georg Spöttl

Der Autor untersucht das kontrovers diskutierte Thema des bundesdeutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Zum einen erscheint das System unverzichtbar, um dem drohenden Mangel an Fachkräften in der Wirtschaft zu begegnen, zum anderen wird jedoch die duale Berufsausbildung von der anhaltenden Akademisierungswelle mehr und mehr zurückgedrängt. Zusätzlich scheint die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe weiterhin nachzulassen, während sich alternative Formen der Erstausbildung entwickelt haben, die zum Teil in der Berufsvorbereitung zu einer internen Konkurrenz verschiedener Systemansätze geführt haben. Schließlich gilt es, vorgegebenen Maßnahmen der Europäisierung zu folgen, die sich nicht in allen Belangen als stützend für das Duale System erweisen.
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7 Zusammenfassung: Zukunft des Dualen Systems

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7   Zusammenfassung: Zukunft des Dualen Systems

„Die wertvollste Ressource eines Landes ist die Jugend“. Diese schlichte Aussage ist von unerhörter Tragweite, denn die Humanressourcen, also der Einsatz der Jugend für die Entwicklung des Weiterkommens einer Nation, bedürfen der „Veredelung“ durch Bildung und Ausbildung, um gezielt für Individuum, Familie, Gemeinde, Gesellschaft und Nation tätig werden zu können.

An diesem umfassenden Gestaltungsprozess interessierte uns im vorliegenden Band der Teil unterhalb der Hochschulbildung, und zwar gezielt das Duale System der Berufsausbildung. Die eine Dimension, nämlich das Anlernen zum „praktischen Tun“, um „Können“ zu entwickeln, war bereits integraler Bestandteil der mittelalterlichen Zünfte. Sie diente zur Sicherstellung der Professionalität der mitarbeitenden Familienangehörigen. Viel später wurde dann die andere Dimension, die Komponente „Schule“ aktuell, um die Übertragung des ständig anwachsenden theoretischen Teils des für eine Berufsausübung notwendigen „Wissens“ zu ergänzen. Erst damit wurde der Blick auf die beiden Lernorte (Betrieb, Berufsschule) gerichtet, was seit den 1960er Jahren zunehmend mit „Dualem System“ umschrieben wird. Im Zuge der Globalisierung wurde schließlich die Institution „Duales System“ als ein Modell der Berufsbildung wahrgenommen. Ein Modell, das inzwischen hoch ausdifferenziert ist und das sich international in Konkurrenz zu anderen Modellen der Berufsbildung befindet.

Vor allem der niedrige Prozentsatz in der Jugendarbeitslosigkeit in den Ländern mit einem Dualen System verhalf diesem Modell zu dem Ruf exzellenter Berufsausbildung, ohne dass über lange Zeit deutlich war, worauf denn diese Exzellenz...

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