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Literarische Topographien in Ostmitteleuropa bis 1945

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Edited By Elzbieta Nowikiewicz

Der Band versammelt Aufsätze, die sich unter verschiedenen Gesichtspunkten mit ostmitteleuropäischen literarischen Räumen, Orten und ihrer Topographie beschäftigen. Die AutorInnen diskutieren unterschiedliche Ansätze einer sichtbaren Welt, des Räumlich-Erfahrbaren mit topographischer Akzentuierung, wobei geographische Referenzräume besondere Berücksichtigung finden. Es handelt sich um Bezüge zu Räumen, Orten und Landschaften im Leben und Werk verschiedener SchriftstellerInnen. Die Sammelmonographie setzt sich darüber hinaus die literarische Wiederentdeckung Ostmitteleuropas zum Ziel. Ostmitteleuropa wird einer erneuten Lektüre unterzogen, wobei die Fragen, wie die einzelnen Autoren den Text des Raumes lesen und wie sie mit dem ostmitteleuropäischen Raum umgehen, eine zentrale Bedeutung erfahren. Es wird auch nach den Raumfunktionen in Texten gefragt. Die Perspektive des Raumes determiniert demzufolge die Herangehensweise und den Umgang mit literarischen Texten.
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Der Erinnerungsort Habsburgermonarchie in der deutschsprachigen Galizien– und Bukowina–Literatur nach 1918

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Maria Kłańska (Kraków)

Intensive literaturwissenschaftliche Nachforschungen über die ehemaligen Provinzen des Habsburgerreiches Galizien und Bukowina sind in den letzten ca. drei-ßig Jahren gang und gäbe in der deutschsprachigen Germanistik geworden, sodass diese Kulturlandschaften zur Genüge bekannt geworden sind. Ich habe mich selbst damit zu ausgiebig beschäftigt, als dass ich heute erneut das so oft Erschlossene unter dem gleichen Gesichtswinkel hätte analysieren wollen. Für diejenigen, die aber mehr Interesse an den Literaturlandschaften Galizien und Bukowina haben sollten, nenne ich in der ersten Anmerkung eine Anzahl von fremden und eigenen Arbeiten, die weiter führen können1. Vor diesem Hintergrund schien es mir reizvoller, das inzwischen ebenfalls sehr populäre, aber meines Wissens auf diesem Gebiet kaum gebräuchliche interdisziplinäre, von dem französischen Historiker Pierre Nora stammende Konzept der Erinnerungsorte2 auf diese Provinzen anzuwenden, ← 25 | 26 → mit dem Ziel, auf diese Weise Beispiele für das nach 1918 sehr beliebte Thema der untergegangenen Habsburgermonarchie ausfindig zu machen und zu beschreiben. Nichtsdestoweniger bilden die Provinzen Galizien und die Bukowina wie auch die Habsburgermonarchie als einst existierendes Staatsgebilde und die Beziehung zwischen diesen Einheiten als zwischen der Provinz bzw. Peripherie und dem (ehemaligen) Staatszentrum Wien die Grundlage, dieses Thema innerhalb einer Tagung über die Regionalliteratur zu erörtern.

Nach Darstellung der deutschen Kulturwissenschaftlerin Astrid Erll sind Noras Erinnerungsorte:

in der Tradition der antiken Mnemotechnik als loci im weitesten Sinne zu verstehen, die die Erinnerungsbilder der...

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