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«Helfen» oder «töten»? Die Mediendebatte um die Sterbehilfe

Eine diskurslinguistische Kausalitätsanalyse- Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Ekkehard Felder

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Anna Mattfeldt

Der Gedanke an das Sterben ist meist von Ängsten und Unsicherheiten geprägt. Dank der Fortschritte in der modernen Medizin ist es in vielen Fällen möglich geworden, die letzte Phase des Lebens künstlich zu verlängern. Gleichzeitig bieten (teils kommerzielle) Organisationen an, beim vorzeitigen Beenden des eigenen Lebens zu assistieren. Die Studie beschäftigt sich mit der Mediendebatte um die sogenannte Sterbehilfe. Sie untersucht diskursanalytisch, wie Akteure mit sprachlichen Mitteln um Deutungshoheit ringen und wie Konzepte in der Debatte medial vermittelt und diskutiert werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der qualitativen Analyse der grammatischen Verknüpfungsmittel (Konnektoren). Diese verbinden Aussagen miteinander und konstituieren damit kausale Zusammenhänge im Diskurs.
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Vorwort

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Es gibt kaum ein anderes Thema, das uns Menschen grundständig so sehr verunsichert wie das Thema des Sterbens. Die einen reagieren mit Schweigen darauf, die anderen entwickeln einen erhöhten Redebedarf. Unabhängig davon, zu welcher Seite man selbst neigen mag, die Auseinandersetzung und Informationsaufnahme vollzieht sich fast ausschließlich im Medium Sprache. Was über dieses Thema in der öffentlichen Debatte geäußert wird oder was wir im Privaten erleben, wir können uns nur im Rahmen der sprachlichen Zeichen und ihrer Benutzung mit diesem Thema befassen, also mit Hilfe unserer natürlichen Sprache.

Dies ist der Hintergrund der vorliegenden Diskursanalyse von Anna Mattfeldt. Linguistische Diskursanalysen über gesellschaftspolitische Themen verfügen stets über interdisziplinäre Bezugspunkte zu anderen Sozial- und Geisteswissenschaften. Die vorliegende Untersuchung interessiert sich aus sprachwissenschaftlicher Sicht für die Perspektiven, die durch unterschiedliche sprachliche Zugriffsweisen auf das gleiche Thema eröffnet werden. Das hermeneutische Interesse wird dahingehend operationalisiert, dass der diskurslinguistische Zugang neben der Lexik auch ausgewählte grammatische Phänomene in den Mittelpunkt rückt, die in einem konkreten Diskurs wie dem um das Sterben unterschiedliche Sichtweisen eröffnen. Anna Mattfeldt arbeitet ausdrucksseitige Formulierungsmuster heraus und setzt sie mit den Diskursakteuren in Beziehung, so dass dadurch deutlich wird, wie Eigen- und Fremdzuschreibungen von Diskursakteuren präziser erfasst werden können – insbesondere auch unter diachroner Perspektive.

Die Autorin der Monographie exemplifiziert ein solches Erkenntnispotential anhand von Pressetexten aus Qualitätszeitungen im Zeitraum zwischen 2001 und 2011 zur sogenannten Sterbehilfe....

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