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Akten des XII. Internationalen Germanistenkongresses Warschau 2010

Band 1: Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit- Mitherausgeber: Justyna Alnajjar, Ewa Bartoszewicz, Magdalena Olpinska-Szietko und Hans-Jörg Schwenk

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Franciszek Grucza

Dies ist der erste von den insgesamt 19 Bänden der Akten des XII. Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik, der vom 29. Juli bis 7. August 2010 in Warschau tagte. Es war der erste Kongress der 1955 in Rom gegründeten Vereinigung, der im östlich der Elbe gelegenen Teil Europas ausgerichtet wurde. Vorgetragen und diskutiert wurde während des Kongresses zwar auch in pleno, jedoch hauptsächlich innerhalb von Sektionen, die verschiedenen Teilbereichen der derzeitigen globalen Germanistik gewidmet waren und zugleich ihre thematische sowie methodologische Vielheit – ihren inhärenten Reichtum – widerspiegelten. Insgesamt berieten im Rahmen des Kongresses 60 Sektionen. In pleno wurden drei Vorträge gehalten und acht Panels durchgeführt. Die Dokumentation der Plenarveranstaltungen füllt den 2. Band dieser Reihe. Die weiteren 17 Bände enthalten die wichtigsten Ergebnisse der während des Warschauer Kongresses abgehaltenen Sektionen.
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6. Preisverleihungsrede der Präsidentin des DAAD

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Lieber Herr Kollege Wellerby, meine sehr geehrten Damen und Herren,

den Worten, die Ihr Lebenswerk priesen, sollen nun Taten, nämlich die Übergabe des Preises folgen. Lassen Sie mich aber kurz vor dieser internationalen Gästeschar zur Erläuterung noch einige Worte zu dem Preis selbst und zu den Namenspatronen sagen: Jacob und Wilhelm Grimm zählen zu den Begründern der akademischen Disziplin Germanistik. Sie haben selbst ein Werk geschaffen, das bis in unsere Zeit wirksam bleibt und dessen Ethos bis heute Maßstäbe setzt. Sie verstanden sich nicht als Stubengelehrte, sondern sie haben ihre Arbeit auf den verschiedensten Feldern stets im Kontext gesellschaftlicher Praxis und reflektierter politischer Intentionen gesehen. Das gilt für die Arbeit am Riesenwerk des deutschen Wörterbuchs nicht minder als für die berühmte Sammlung der Märchen. Forschung, Tradierung und akademische Lehre sollten verstanden sein als Beitrag zu einer nationalen Identitätsbildung und zur Fortentwicklung einer funktionsfähigen einheitlichen deutschen Sprache.

Jacob und Wilhelm Grimm waren auch politische Köpfe. Sie gehörten zu den GÖTTINGER SIEBEN, die 1837 couragiert dem Angriff ihres Landesherrn auf die Verfassung von Hannover entgegengetreten waren und deshalb ihre Stellen verloren. In der auch – im weitesten Sinne – politischen Ausrichtung ihrer Arbeit trifft sich das Ethos der Namensgeber dieses Preises mit der Aufgabe, die sich Germanisten heute stellen, wenn sie mit ihrer Arbeit die Grenzen des Eigenen überschreiten und das Verstehen des Fremden erweitern.

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