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Literatur, Utopie und Lebenskunst

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Edited By Elzbieta Kapral and Karolina Sidowska

Den Kern des vorliegenden Bandes bilden die Beiträge, die an der interdisziplinären Konferenz Literatur und Utopie (Łódź 2012) präsentiert wurden. Der Band beinhaltet vor allem jene Texte, deren Autoren sich mit dem breit verstandenen Thema der Utopie in der Literatur befassten. Schon den Titeln der Beiträge lässt sich entnehmen, dass das Thema der Utopie in der Literatur vielschichtig und auf keinen Fall nur auf eine (literarische) Epoche festzulegen ist. Die einzelnen Texte und die unterschiedlichsten Herangehensweisen der Autoren an die im Titel des Bandes angesprochene Problematik weisen auf dieses Facettenreichtum hin und liefern Inspiration zu einer intensiveren wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema.
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Die Utopie der Wa(h)ren-Welt und des gerechten Krieges als dystopisch endzeitlich mythisches, dynamisch endloses Kopfkino. Leonhard Koppelmanns Hörspielfassung von Roland Schimmelpfennigs Für eine bessere Welt

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1

Frank M. Schuster

Die Welt des 21. Jahrhunderts ist eine multimedial wahrnehmungsfragmentierte. Im Zeitalter der Massenmedien wird die Welt zunehmend zwar zum einen als global Ganzes wahrgenommen, denn „die Revolution der Massenverkehrsmittel“ und die „Revolution der Übertragungstechniken“2 ermöglichen es dem Menschen, innerhalb kürzester Zeit an fast jeden Ort dieser Welt zu gelangen. Dabei geht es vorrangig darum, das Ziel zu erreichen, so dass neben der ‚Passage‘ auch der Aufbruch verschwindet. „Es gibt noch nur die Ankunft“,3 konstatiert der Philosoph Paul Virilio: „Mit der Telekommunikation kommt alles auf uns zu. Schnell – mit absoluter Geschwindigkeit. Die ganze Welt kommt zu uns nach Hause. Wir müssen nicht mehr selbst aufbrechen.“4 Auf Grund dieses „rasenden Stillstands“5 wird die Welt daher aber zum anderen nur noch punktuell und somit als fragmentiert wahrgenommen. Der große Zusammenhang scheint aus dem Blick geraten. Verbindlichkeit wird immer seltener, Werte und Idealismus kommen dem Menschen schon allein aus Zeitmangel abhanden, bemängeln Gesellschafts- und Kulturkritiker:

Wie die moderne Gesellschaft so bildet auch das Individuum eine temporalisierte Identität aus – dynamisch stabil, also nicht zielorientiert. Dazu verhilft zum einen die Diskontinuierung der Vergangenheit, zum anderen die Diskontinuierung der Zukunft. Die Vergangenheit wird abgestoßen – man wechselt den Beruf, den Partner, die Ideologie. Und die Zukunft verliert an Bedeutung, je ferner sie ist.6 ← 119 | 120 →

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