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Christentum und Menschenrechte in Europa

Perspektiven und Debatten in Ost und West

Series:

Vasilios N. Makrides, Jennifer Wasmuth and Stefan Kube

Der Band geht auf eine internationale Konferenz in Erfurt zurück und ist den aktuellen Beziehungen zwischen Christentum und Menschenrechten in Europa gewidmet. Die Veröffentlichung der offiziellen Position der Russischen Orthodoxen Kirche zu den Menschenrechten im Jahre 2008 hat der Diskussion eine neue Dynamik verliehen und intensive Debatten in Ost- und Westeuropa ausgelöst. Die verschiedenen Beiträge behandeln einerseits das russische orthodoxe Dokument zu den Menschenrechten in seinen diversen Dimensionen, sowohl im russischen und breiteren orthodoxen Kontext als auch in seinem Verhältnis zu den westlichen christlichen Kirchen und europäischen säkularen Akteuren und Institutionen. Andererseits werden Positionen zu den Menschenrechten aus katholischer und evangelischer Sicht auf prägnante Weise präsentiert und die Ambivalenzen des modernen Menschenrechtsdiskurses zwischen Säkularismus und Religion thematisiert.
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Das Menschenrechtsverständnis der Russischen Orthodoxen Kirche und der Katholischen Kirche – ein Vergleich

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Rudolf Uertz

The “Social Concept” of 2000 and the Document on human rights of 2008 of the Russian Orthodox Church set a new starting point for interconfessional dialogue. This chapter presents the differences between the Orthodox and Roman Catholic social ethics, particularly focusing on the issue of human rights. Both the model of symphonia in the Russian Orthodox tradition and the model of cooperation between church and state in the Roman Catholic tradition presuppose a religiously homogeneous society. Yet, this is something that ceased to exist in modern times due to the liberalisation, pluralisation and secularisation of state and society. In contrast to the Russian Orthodox Church, however, the Roman Catholic Church has revised its social teaching at the Second Vatican Council (1962–1965). As a result, it managed to acknowledge religious freedom and human rights as the fundaments of a constitutional liberal democracy.

Die Russische Orthodoxe Kirche (ROK) hat mit der Sozialdoktrin 2000 und der Stellungnahme zu den Menschenrechten 2008 den interkonfessionellen und interkulturellen Dialog angeregt. Ähnliche sozialethische Äußerungen anderer orthodoxer Kirchen wie etwa der griechischen Orthodoxie1 haben in den Westkirchen keine vergleichbare Resonanz gefunden. Das liegt vielleicht auch darin begründet, dass die ROK ihre Kritik an den Menschenrechten sehr pointiert vorträgt.

Nun hat auch die Katholische Kirche die liberale Menschenrechtsidee lange Zeit abgelehnt. Doch hat der Katholizismus nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen mit dem Unrechtssystem des Nationalsozialismus, seiner furchtbaren Verbrechen und seiner Bekämpfung der Religion seit...

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