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Jahrbuch 2012/2013

Herausgegeben im Auftrag des Vorstandes von Martin Heger

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Edited By Berliner Wissenschaftliche

Mit diesem Jahrbuch informiert die gemeinnützige Gesellschaft im 40. Jahr ihres Bestehens über ihre Aufgaben und Ziele. Sie pflegt und fördert mit ihren 325 Mitgliedern die Zusammenarbeit unter den im Großraum Berlin tätigen Wissenschaftlern aller Disziplinen und Institutionen, bietet besonders dem Nachwuchs aller Fächer ein Diskussionsforum, verleiht Preise für ausgezeichnete Leistungen und greift in die hochschulpolitischen Auseinandersetzungen ein, um der Politik und der Öffentlichkeit eine bessere Meinungsbildung zu ermöglichen. Im Verlauf des Jahres werden Vorträge aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen angeboten.
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Promovieren Post Plagiatsskandal – Wer, Wie und Warum?

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Oliver Günther, Universität Potsdam

Durchgesehene und revidierte Abschrift eines Vortrags vom 13.07.2012 anlässlich der Jahresversammlung der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft

1. Einleitung

Als Wissenschaftler1 darf man, bei aller Sorge um die Art des Diskurses, in gewisser Weise dankbar sein für die öffentliche Debatte um Plagiatsfälle in Promotionen. Denn die Hetzjagd der Plagiatsjäger fordert mit ihren prominenten Fällen auch grundsätzliche Fragen zutage, die es schon seit längerem zu diskutieren gilt.

Diese Fragen lassen sich unter der Überschrift „Warum promovieren wir?“ subsummieren, wobei das Verb promovieren sowohl transitiv als auch intransitiv gemeint ist. Die Fragen richten sich also ganz bewusst nicht nur an (potenzielle) Doktoranden, sondern auch an (potenzielle) Betreuer.

In einem 2009 in Forschung und Lehre erschienenen Artikel schrieb ich unter genau diesem Titel, „Warum promovieren wir?“: „Ziel einer jeden Dissertation sollte sein, der Menschheit etwas grundlegend Neues mitzuteilen.“ Heute würde ich ergänzen „…und so nicht nur originär, sondern originell zu sein.“

Warum haben sich viele – Doktoranden wie Betreuer – demgegenüber auf Promotionsvorhaben eingelassen, bei denen doch relativ früh, wenn nicht sogar von Anfang an klar gewesen sein dürfte, dass für den Gewinn neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse wenig Potenzial bestand? Warum haben die Akteure während der Promotionsphase nicht selbst gemerkt, dass etwas falsch läuft? Und wie lassen sich solche Fehlentwicklungen in Zukunft vermeiden?

Schließlich sollten wir uns auch fragen,...

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