Show Less
Restricted access

Zukunftsmaschinen in der Chemie

Kernmagnetische Resonanz bis 1980

Thomas Steinhauser

Zukunftsmaschinen in der Chemie zeigt am Beispiel der kernmagnetischen Resonanz (NMR), wie elektronische Instrumente und die mit ihnen verbundenen Methoden zu einem Kerngebiet der modernen Chemie wurden. Den Leitfaden der Analyse knüpfen die Aktivitäten der Firmen Varian Associates (USA) und Bruker-Spectrospin (Deutschland/Schweiz). Das Netzwerk der NMR umfasste aber nicht nur diese Zentren der Instrumentenentwicklung, sondern dehnte sich immer weiter aus. Mit Hilfe vielfältiger Quellen werden wichtige Personengruppen, Institutionen und Ideen beschrieben, welche die NMR zu einem eigenständigen Wissensgebiet formten. Einigen der Akteure wurde in historischen Arbeiten bisher nur wenig Beachtung geschenkt, dennoch ist ohne sie die Entwicklung der modernen Chemie und Naturwissenschaft insgesamt kaum zu verstehen.
Show Summary Details
Restricted access

7. Die Formierung eines neuen Wissensgebietes

Extract

| 363 →

7. Die Formierung eines neuen Wissensge-bietes

Die Geschichte der NMR von 1945 bis 1980 beschreibt den Aufbau eines Wissensgebietes, das sich auf der Basis einer neuen, instrumentellen Methode in einer dynamischen Entwicklung als bedeutender Teil der modernen Naturwissenschaften etablieren konnte. Bereits den beteiligten Akteuren war die historische Dimension der NMR bewusst, aber gerade langfristige und internationale Zusammenhänge fehlen in den bisherigen historischen Darstellungen der NMR. Diese waren vor allem geprägt durch die Erinnerungen beteiligter Wissenschaftler, wobei das 50jährige Jubiläum der Methode 1995-1996 einen zusätzlichen, wichtigen Impuls gab. Die entspechenden Festveranstaltungen waren im klassischen Modus solcher Jubelfeiern gehalten, der zum Erscheinungsbild einer akademischen Institution gehört, und geben bereits einen Hinweis auf den hohen wissenschaftlichen Status der NMR. Am Vormittag des 10. Dezember 1995 fand in Harvard eine Sitzung statt, auf der Robert Pound, Nicolaas Bloembergen, Erwin Hahn, David McCall, Edward Purcell, Norman Ramsey und Henry Torrey ihre Erinnerungen vortrugen. Nach dieser Erledigung der repräsentativen Pflicht widmeten die Wissenschaftler den Nachmittag der aktuellen "Forschungsfront" im Stil einer NMR-Fachkonferenz. Auf der ebenfalls 1995 in Sydney stattfindenden 12. ISMAR-Konferenz trugen Martin Packard und Robert Pound über die NMR-Geschichte vor. Auch das 1996 in Canterbury stattfindende 28. Colloque A.M.P.E.R.E. wurde in dieser Art mit vier historisch orientierten Vorträgen von Yves Servant, Robert Pound, Jack Powles und Brebis Bleaney eröffnet. Selbstverständlich wurde auch in Stanford eine ähnliche Feier veranstaltet. Auf dieser eintägigen, als wissenschaftliche Fachsitzung angekündigten Veranstaltung war wieder...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.