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Kontrolle und Nutzung – Medien in geistlichen Gebieten Europas 1680–1800

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Ludolf Pelizaeus and Franz Stephan Pelgen

Das Thema Medienkontrolle in geistlichen Herrschaften in der Frühen Neuzeit ist noch immer vielfach mit negativen Vorurteilen verbunden. Geistliche Territorien werden überwiegend als Hort von Zensur und Überwachung antizipiert. Dabei wird übersehen, dass gerade auch in geistlichen Staaten die unterschiedlichen Medienformen des Aufklärungszeitalters oft geschickt gesteuert und genutzt wurden. Dies trifft nicht nur auf das Heilige Römische Reich Deutscher Nation sondern auch auf die gesamteuropäische Ebene zu. Im Buch werden zu diesem Themenkomplex die Referate einer einschlägigen interdisziplinären und internationalen Akademietagung, die vom 15. bis 17. Oktober 2009 unter dem Titel Kontrolle und Nutzung. Medien in geistlichen Gebieten Europas 1680–1800 in Mainz im Erbacher Hof stattgefunden hat, vorgestellt. Ausgerichtet hat die Tagung der Interdisziplinäre Arbeitskreis Kurmainz und der Erzkanzler des Reiches.
Inhalt: Ludolf Pelizaeus/Franz Stephan Pelgen: Einführung – Franz Stephan Pelgen: Inszenierte Öffentlichkeit und Flugschriften-Streit am Beispiel der Kurmainzer Klosterverordnung vom 30. Juli 1771 – Sascha Weber: Die Kanzel der Zukunft? Steigenteschs Bürger und Goldhagens Religionsjournal in der kurmainzischen Auseinandersetzung um die Aufklärung – Tristan Coignard: Medienkontrolle im Epochenumbruch. Der wechselhafte Umgang mit politischer Publizistik in der Spätphase von Kurmainz. Der Fall Peter Adolph Winkopp – Karl Klaus Walther: Wissenstransfer im 18. Jahrhundert - die Firma Göbhardt in Bamberg – Sigried Westphal: Medienkontrolle im Fürstbistum Osnabrück in der zweiten Hälfte des 17. und im 18. Jahrhundert – Alexandra Rohschürmann: Der große kurkölnische «Federkrieg» wider die Stadt Köln – Jyri Hasecker: Die Römische Buchzensur im europäischen Kontext. Überlegungen zum 18. Jahrhundert – Ursula Kramer: Opernlibretti als zensierte Medien oder: zur Problematik der Opernzensur vor 1800 - eine Spurensuche – Françoise Knopper: Die geistlichen Fürstentümer im Zentrum der intermedialen Debatte in Europa (1740-1800) – Ibolya Maczák: «Publica luce dignum esse censeo …». Die Predigtsammlungen des ungarischen Paulinerpaters Sigismund Csúzy im Lichte geistlicher Zensurvermerke (1723-1725) – András Forgó: Die Anfänge des zentralen Zensurwesens in Ungarn und der Fall einer reformierten Bibelübersetzung – Ignacio Czeguhn: Rechtliche Steuerungselemente des Mediengeschehens in Spanien und dem Heiligen Römischen Reich – Ludolf Pelizaeus: «se remita a la censura». Die Zensur in Spanien, Mexiko und Portugal vor der Herausforderung der Aufklärung – Fernando Amado Aymore: Die Vermittlung der Brasilienmission der Jesuiten im 17./18. Jahrhundert und die Medienkontrolle durch die portugiesische Staatsmacht. Der Fall Giovanni Antonio Andreonis und seines Werkes cultura e opulência do brasil por suas drogas e minas (1711) – Julia Lederle: Selbstzensur in der medialen Darstellung von Indienmission im 18. Jahrhundert.