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Graf Gerhard der Mutige von Oldenburg und Delmenhorst (1430-1500)

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Franziska Nehring

In dieser Arbeit kann das in der Überlieferung vorherrschende negative Bild des Oldenburger Grafen Gerhard VI. als das eines raubgierigen Gewalttäters revidiert und als Konstrukt der am Ende siegreichen Feinde Gerhards entlarvt werden. Er wird stattdessen in den seinerzeit möglichen und üblichen Handlungsspielräumen eines Grafen dargestellt, der eine zwar ambitionierte, aber doch nicht unrealistische Politik betrieb, und der letztendlich an einer machtvollen und zahlreichen Koalition seiner Gegner scheiterte. Dabei spielt nicht nur die Entwicklung in den oldenburgischen und schleswig-holsteinischen Herrschaften, sondern auch die Dynastie der Oldenburger Grafen eine wichtige Rolle, die zu dieser Zeit mit Gerhards älterem Bruder Christian, dem König von Dänemark, ihr Machtpotential erweitern und überregionale Bedeutung gewinnen konnte.