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Text und Wahrheit

Ergebnisse der interdisziplinären Tagung "Fakten und Fiktionen</I> der Philosophischen Fakultät der Universität Mannheim, 28.-30. November 2002

Katja Bär, Kai Berkes, Stefanie Eichler, Aida Hartmann and Sabine Klaeger

Historische Wahrheit und narrative Freiheit – um diese Pole hat sich eine fächerübergreifende Debatte entzündet. Dieser Band versammelt die überarbeiteten Beiträge der interdisziplinären Tagung Fakten und Fiktionen, die 2002 an der Philosophischen Fakultät der Universität Mannheim stattfand. Im Zentrum der Vorträge junger Wissenschaftler/innen aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz steht die fächerübergreifende Leitfrage nach dem Verhältnis von Fakten und Fiktionen. Der Tagungsband beleuchtet das Thema in 24 nach verschiedenen Aspekten geordneten Beiträgen aus dem Blickwinkel der Geschichtswissenschaft, der Literatur- und Sprachwissenschaften, der Medien- und Kommunikationswissenschaften, der Kunstgeschichte und der Wissenschaftstheorie.
Aus dem Inhalt: Harald Rainer Derschka: Hayden Whites Metahistory und Thomas S. Kuhns Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Die Wissenschaftlichkeit der Geschichtswissenschaft zwischen postmoderner Dekonstruktion und wissenschaftstheoretischer Rekonstruktion – Esther Kilchmann: Das Geschehene retten: Die Frage nach der Referenz im Geschichtstext wieder gestellt mit Benjamin – Marian Füssel: Theoretische Fiktionen? Michel de Certeau und das Problem der historischen Referenzialität – Ursula Kundert: Ist Fiktion Lüge? Lügenvorwurf in fiktionalem Gewand in Gotthard Heideggers Mythoscopia Romantica (1698) – Jörg Vollmer: Kampf um das wahre Kriegserlebnis. Kriegsliteratur in der Weimarer Republik zwischen Autobiografie und Fiktion – Monika Neuhofer: «La réalité a souvent besoin d’invention, pour devenir vraie.» Zur Poetik Jorge Sempruns – David Simon: Der fliegende Robert. Sinnsuche und Flucht in die Fiktion bei Robert Walser – Myriam Geiser: Die Fiktion der Identität. Literatur der Postmigration in Deutschland und in Frankreich – Heinrich Pacher: Zur ästhetischen Transformation von Realität im modernen Kunstwerk. Kafka als Modell – Aida Hartmann: «Mehr als der Wahrheit Trugchimäre ist lieb mir ein erhabener Wahn». Über Puškins Darstellung des Aufrührers Emel’jan Pugačev – Víctor Sevillano Canicio: Schädel aus Blei? Fakten und literarische Fiktion zur Guardia Civil in García Lorcas Romance de la Guardia Civil – Kai Berkes: Nihilistische Freude am ‘Unmöglichen’. Sebastian Haffners Geschichte eines Deutschen und Stefan Zweigs Schachnovelle wollen den ‘Wahnsinn’ begreifen – Oliver Stoltz: Erkenntnisgewinn durch Fiktionalisierung. Wie F.C. Delius uns das 54er-Finale von Bern neu lesen lässt – Markus H. Müller: Fakten statt Fiktionen - Der Mythenstürmer Juan Goytisolo – Stefanie Samida: ‘Virtuelle Archäologie’ - Zwischen Fakten und Fiktion – Julia Schäfer: ‘Ein Jude ist ein Jude ist ein Jude’ - das Judenbild zwischen Mimesis und Inszenierung – Agnes Matthias: The Unreliable Witness. Aktuelle Positionen künstlerischer Fotografie – Sören Philipps: Salamitaktik und Stolpersteine. Die Wiederbewaffnungsdebatte im Hörfunkprogramm der frühen Fünfzigerjahre – Christine Domke: Faktizität in der Gesprächsforschung. Eine Beobachtungs-Herausforderung – Oliver Preukschat: Ironisieren als Fingieren einer kontrafaktischen Ist-Soll-Kongruenz. Vorschläge zu einer integrierten Ironietheorie – Kai Nonnenmacher: Auf Tuchfühlung mit der Einbildungskraft. Von Condillacs Selbstberührung der Statue zu Jean Pauls Fühlfäden – Frank Degler: Milch und Seide! Beobachtungen aisthetischer Leitdifferenzen in Patrick Süskinds Das Parfum – Christine Mielke: Erzählende Bilder. Die Fiktionalisierung der Fotografie in filmischen Narrativen – Christian Kohlroß: Wer nicht hören kann, muss lesen. Einige Bemerkungen zur Phänomenologie und literarischen Epistemologie des Hörens.