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René Chars tragische Lyrik

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Christof Renfert

Diese Arbeit zeigt, dass der französische Dichter René Char (1907-1988) ausgehend von den ästhetischen Konzepten, die in der Schrift von Friedrich Nietzsche Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik formuliert sind, ein künstlerisches Selbstverständnis begründet, das auf einer tragischen Ästhetik ruht, und dass diese Ästhetik die Dichtung Chars in hohem Maße prägt. In einem ersten Schritt wird das Konzept der tragischen Ästhetik entfaltet, die als Verschränkung der Prinzipien des Apollinischen und des Dionysischen zu verstehen ist. Darauf aufbauend wird untersucht, inwieweit diese doppelte Ästhetik als Tiefenstruktur die Lyrik Chars durchzieht. Abschließend wird das ästhetische Zusammenspiel zwischen Apollinischem und Dionysischem in Chars Dichtung analysiert, das als dichterische Transfiguration der Negativität zu denken ist. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass Chars Lyrik eine ethische Dimension hat, die jedoch in einer tragischen Ästhetik wurzelt, so dass man von einer im Ästhetischen begründeten Ethik sprechen kann, deren Kern die Gerechtigkeit ist.
Aus dem Inhalt: Tragische Ästhetik: das Prinzip der doppelten Ästhetik – Das Apollinische und das Dionysische – Ästhetik der Natur und ästhetische Reflexivität – Das Tragische und das Christentum – Das Tragische und der dionysische Pessimismus – Das Tragische und die Ästhetik des Willens zur Macht – Das Tragische und Geschichte – Tragische Ästhetik und ästhetische Negativität – Die tragische Lyrik René Chars: tragische Lyrik und das apollinische Prinzip des Traums – Traum und surrealistische Dichtung – Dichtung und Grausamkeit – Dichtung und dionysischer Pessimismus – Dichtung und Wille zur Macht – Dichtung und Symbolik des Bösen.