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Konzepte des Metaphysischen

Pontormos Altartafeln in Santa Felicità in Florenz, in San Michele in Carmignano und die Sant’ Anna-Tafel im Louvre

Ilka Braunschweig-Kühl

Pontormos hier untersuchte Altartafeln fallen aufgrund ihrer einzigartigen, transparenten und luminosen Koloristik, ihrer visionären Ausstrahlung sowie ihrer spirituellen und arkanischen Aura aus dem Bildkanon thematisch und zeitlich vergleichbarer Darstellungen heraus. Die Studie geht den möglichen Bezügen dieser außergewöhnlichen Bildanmutung zu philosophischen Vorstellungen der Zeit nach. Untersucht werden die Zusammenhänge von Pontormos Visualisierungen metaphysischer Räume und Identitäten zu christlich-spirituellen Lehren, die als hermetische und neuplatonische Gedanken in Pontormos Umkreis den literarisch-philosophischen Diskurs mitprägten. Die drei Altartafeln bezeugen die Entwicklung einer spezifischen Bildsprache, mit der Pontormo unterschiedliche Realitätsebenen und Seinszustände in Szene gesetzt hat.
Aus dem Inhalt: Pontormos Werk als Paradigma des Manierismus – Altartafel und Kapellendekoration von Santa Felicità in architektonischem Kontext – Die Pala Capponi als Visionsmalerei – Bildanalyse im Licht hermetischer und neuplatonischer Schriften – Bezug der Heimsuchungs-Tafel von Carmignano zu Dantes Purgatoriums-Dichtung – Verhältnis zu aristotelischer und thomistischer Entwicklungslehre – Genese einer originären, metaphysischen Bildsprache.